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EEG (Elektroencephalogramm)


Was ist das EEG?
EEG ist die Abkürzung für Elektroencephalogramm. Damit wird die Ableitung von Hirnströmen bezeichnet. Außen am Kopf lassen sich die im Gehirn entstehenden geringfügigen Ströme messen: Im Wachen, im Schlafen, sogar bei Bewusstlosigkeit. Je nach dem, in welchem Bewusstseinszustand sich ein Mensch befindet, ergibt sich ein charakteristisches Kurvenbild. Diese Hirnströme können aufgezeichnet werden und erlauben so einen Einblick in den Funktionszustand des Gehirnes. Ganz besonders nützlich ist das EEG in der Diagnostik und Behandlung von Anfällen und Epilepsien. Auch bei Bewusstseinsstörungen anderer Ursache und bei einigen anderen Erkrankungen kann ein EEG sinnvoll sein. Das EEG ist eine ungefährliche Untersuchung und tut nicht weh.

© dblight-iStock

 

Wie wird ein EEG abgeleitet?
Hierzu werden kleine Elektroden mit Gurten oder einer Haube am behaarten Kopf befestigt. Diese Elektroden werden mit Kabeln verbunden, die die schwachen Ströme des Gehirnes zu einem Verstärker leiten. Durch entsprechende Verstärkung können die Hirnströme durch Kurven auf Papier oder auf einem Computerbildschirm sichtbar gemacht werden. Voraussetzung für eine aussagekräftige EEG-Kurve ist leider, daß das Kind still hält. Deswegen wird manchen eher unruhigen Kindern ein Saft zum Schlafen gegeben. Das Setzen und Entfernen der Elektroden eingeschlossen, dauert eine EEG-Ableitung etwa eine Stunde.

 

Was kann ich dafür tun, dass die EEG-Ableitung gelingt?
Begleiten Sie ihr Kind und versuchen Sie, ihm die eventuell entstehende Angst vor der Untersuchung zu nehmen. Ganz besonders bei kleinen Kindern ist es günstig, wenn sie müde sind. Sie halten dann besser still und die Kurven sind besser auswertbar. Außerdem ist eine EEG-Ableitung, bei der das Kind einschläft, ganz besonders wertvoll. Es kann also sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Kind am Tag der Ableitung etwas früher hochnehmen und ihm sein Fläschchen unmittelbar vor der Ableitung beim Befestigen der Elektroden geben.
Die Haare sollten frisch gewaschen sein und auf keinen Fall Gel enthalten, da dadurch die Ableitung der Hirnströme gestört wird.

Wach-EEG
Das EEG wird in der Regel im Wachen abgeleitet. Sofern die Kindern alt genug sind, wird auch eine Hyperventilation durchgeführt. Dabei muss das Kind drei Minuten lang verstärkt atmen. Gewisse Veränderungen, z.B. bei Absencen, können so besser erfasst werden. Nach der Hyperventilation werden die Kinder oft müde. Das gibt die Gelegenheit, ein Stück Schlaf aufzuzeichnen. Bei einem Teil der Kinder wird zusätzlich noch eine Photostimulation durchgeführt. Das bedeutet, dass ähnlich dem Stroboskop in den Diskotheken, ein Flickerlicht eingeschaltet wird. Die Kinder sollen sich dabei mit geschlossenen Augen der Lichtquelle zuwenden. Das kann wertvolle Informationen geben, besonders bei Kindern oder Jugendlichen, die einen Anfall bei Fernsehen hatten.

 

Schlaf-EEG
Das Schlaf-EEG umfasst idealerweise Einschlafphase, Schlaf und die Aufwachphase. Es ist besonders dann sinnvoll, wenn das Wach-EEG keinen eindeutigen Befund ergeben hat. Auch gibt es besondere EEG-Veränderungen, die ausschließlich oder zumindest verstärkt in Schlaf zu finden sind. Das Schlaf-EEG ist besonders dann ergiebig, wenn die Kinder zuvor lange wachgehalten wurden. Man spricht dann auch von einem Schlafentzugs-EEG. Bei sehr kleinen Kindern wird der Schlaf gegebenenfalls durch die Gabe eines Medikamentes herbeigeführt.

 

Langzeit-EEG
In seltenen Fällen ist eine EEG-Ableitung über 24 Stunden indiziert. Dies kann bei unklaren Anfällen, die sehr häufig auftreten, sinnvoll sein, oder wenn eine Beurteilung des Ganznachtschlafes notwendig ist.

 

 

Seite zuletzt aktualisiert am 10/13/2017