Hernienchirurgie in unserem Hernienzentrum Kliniken Köln
Die Chirurgie der Hernien umfasst die Versorgung sämtlicher Brüche der Bauchhöhle. Dabei handelt es sich um sowohl um angeborene Brüche der Leisten-, Nabel- oder Oberbauchregion, als auch erworbene Brüche z.B. nach erfolgten operativen Eingriffen im Sinne von Narbenbrüchen.
Zu unserer Philosophie gehört ein persönliches Anamnesegespräch um Ihre Beschwerden und die ursächliche Erkrankung zu verstehen. In der eingehenden anschließenden körperlichen Untersuchung verschaffen wir uns einen Eindruck von Ihrer Erkrankung.
Mit Hilfe von Sonographie (direkt während der Sprechstunde) und ggf. ergänzender Schnittbildgebung (MRT/CT) können wir uns ein abschließendes Bild von ihrer Erkrankung machen und die richtige Therapie planen.
Als therapeutische Verfahren bieten wir die komplette Breite der modernen Hernienversorgung mit laparo-endoskopischen (minimalinvasiven) Verfahren (TAPP, IPOM) sowie offene Operationstechniken (Nahtverfahren, Sublay, Ramirez) an.
Ob eine Netzimplantation erforderlich ist entscheiden wir im gemeinsamen Gespräch.
Komplizierende Faktoren Ihrer Erkrankungen wie laufende Bauchfelldialyse, erforderliche Blutverdünnung oder relevante Nebenerkrankungen fließen in die Entscheidung des Therapieverfahrens ein.
Techniken
In Deutschland werden jährlich ca. 350.000 Leisten- oder Bauchwandbrüche behandelt. Hernienoperationen zählen somit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Seit 2006 versorgt die Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie in ihrem Hernienzentrum erfolgreich Patientinnen und Patienten mit Leisten-, Nabel- und Bauchwandbrüchen.
 Abb. 1: OP nach Lichtenstein mit Netz, ©webop
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 Abb. 2: OP nach Shouldice ohne Netz, ©webop
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Netzplastik, Bionetze, Minimal Invasiv
Die Behandlung der meisten Brüche ist ambulant oder kurzstationär möglich. Das operative Spektrum reicht von konventionellen Verfahren mit und ohne Netzplastik (Lichtenstein oder Shouldics OP, Abbildungen 1 und 2) sowie dem Einsatz von Bionetzen bis zu minimal invasiven - laparaskopischen Verfahren (TAPP und IPOM, Abbildungen 3 und 4). Auch die größeren Eingriffe werden mit winzigen Hautschnitten minimal invasiv durchgeführt.
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 Abb. 3: Laparaskopische Hernienversorgung mit Netz Anlage TAPP, ©webop
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Qualitätssicherung
Die Einhaltung des Qualitätsstandards wird durch die ständige Kontrolle der Ergebnisse, Berücksichtigung der medizinischen Leitlinien und durch eine eigene intensive Forschungstätigkeit gesichert. Hierbei unterstützt uns das Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM).
Seit 2012 nehmen wir teil an einer Qualitätssicherungsstudie und geben die Daten unserer durchgeführten Hernienoperationen anonymisiert in ein bundesweites Register (Herniamed) ein. Dort werden die Ergebnisse der Behandlungen bis zu zehn Jahre gespeichert und ausgewertet, um weitere medizinische Fortschritte in der Behandlung von Hernien zu erzielen.
Kontakt
Hernienzentrum der Kliniken der Stadt Köln
Standort Merheim
Tel.: 0221 8907-18500
Sprechstunde: Mittwoch 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Standort Holweide
Tel.: 0221 8907-2638
Sprechstunde: Mittwoch 10:00 Uhr bis 14:30 Uhr
Zertifizierung
- DHG – Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie
Chirurgie für Afrika - Hernia International
Seit 2010 reist Prof. Markus M. Heiss alle ein bis zwei Jahre in einem Team mit wechselnder Besetzung (drei Chirurgen, ein Anästhesist, eine OP-Schwester und eine Narkoseschwester) für ca. zehn Tage in ein afrikanisches, manchmal auch in ein anderes Land der so genannten dritten Welt. Dort operieren sie Patient*innen, von denen manche beispielsweise seit Jahrzehnten unter einem Leistenbruch leiden.
Während in Deutschland Hernien gut und unkompliziert behandelbar sind, fehlen in vielen der oben erwähnten Länder qualifizierte Ärzt*innen und Krankenhäuser. Deshalb unterrichten sie während der Einsätze nach Möglichkeit auch Ärzt*innen, damit sie diese Operationen künftig selbst durchführen können. Insgesamt haben die Merheimer Teams schon weit über 500 Patient*innen erfolgreich operiert.
Weitere Informationen und Fotos finden Sie:
Seite zuletzt aktualisiert am 29.04.2026