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Spezialsprechstunden

Wie bieten verschiedene Spezialsprechstunden an, in denen wir Sie vor und auch nach Ihrem Klinikaufenthalt betreuen können.

"Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie"

Für unsere erfolgreiche Schmerztherapie hat der TÜV Rheinland uns ausgezeichnet.

Zentrales Patientenmanagement ZPM

Alle Untersuchungen und Aufklärungs-gespräche finden beim ersten Besuch statt. Sie kommen danach erst wieder zur geplanten OP in die Klinik.

Merkblatt für Patienten mit multiresistenten Keimen (MRSA)

Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,

bei Ihnen wurde eine Besiedlung mit einem Antibiotika-resistenten Keim festgestellt. Dies ist für Sie mit Unanehmlichkeiten verbunden, braucht Sie aber nicht zu beunruhigen. Der bei Ihnen in einem Abstrich (aus dem Nasen-Rachenraum, der Leiste oder Wunden) entdeckte Keim ist zwar gegen viele Antibiotika unempfindlich, es stehen jedoch wirksame Reserve-Antibiotika zur Verfügung. Die sichere Behandlung Ihrer Erkrankung ist gewährleistet. Die weitere Verbreitung dieses Keimes auf Ihre Mitpatienten muß jedoch unterbunden werden. Die Resistenz gegen verschiedene Antibiotika kann bei anderen Patienten die Behandlung mit wirksamen Medikamenten verzögern und sie dadurch gefährden. Daher müssen Sie leider von den anderen Patienten isoliert und unter Einhaltung strenger Hygiene-Richtlinien versorgt werden. Dazu gehört die Unterbringung in speziellen Zimmern und das Tragen von Kitteln und Mundschutz durch Ärzte, Pflegekräfte und Besucher. Wir sind uns darüber im klaren, daß dies eine Belastung für Sie darstellt. Wir sind daher bemüht, Ihre Isolation so kurz wie möglich zu halten, und bitten Sie um Verständnis für diese Maßnahme.

Im folgenden möchten wir Ihnen einige Informationen über die Hintergründe geben und die am häufigsten gestellten Fragen beantworten:

Welcher Keim ist das und wie komme ich an diesen Keim?

Das bei Ihnen entdeckte Bakterium heißt mit wissenschaftlichem Namen Staphylococcus aureus und lebt natürlicherweise auf der Haut und im Nasen-Rachenraum. In aller Regel verursacht es dort keinerlei Beschwerden. Sehr viele Menschen sind lebenslang mit diesem Bakterium besiedelt, ohne es je zu bemerken. Unter bestimmten Vorraussetzungen kann es jedoch auch schwere und schwerste Erkrankungen auslösen, welche dann schnell mit Antibiotika (Bakterien-abtötenden Medikamenten) behandelt werden müssen. Aufgrund der häufigen Verwendung von Antibiotika im Krankenhaus, aber auch z.B. als Masthilfe in der Viehzucht, sind einige Stämme gegen zahlreiche Antibiotika resistent geworden. Diese Stämme nennt man "multi resistente Staph. aureus", kurz MRSA. Um auf die Fragen zurückzukommen: Sie tragen diesen Keim möglicherweise schon lange, das einzig Besondere ist seine Resistenz gegen mehrere gängige Antibiotika. Vielleicht sind Sie länger mit Antibiotika behandelt worden?

Welche Bedeutung hat dieser Keim für mich und meine Erkrankung?

Wenn Sie MRSA-Träger sind, können bei Ihnen Standard - Antibiotika unwirksam sein, da MRSA sich nicht mit gängigen Antibiotika, sondern nur gezielt mit speziellen, hochwirksamen behandeln lassen. Für Sie persönlich ist dies von geringer Bedeutung, da wir ja von Ihrer Besiedlung mit MRSA wissen und gegebenenfalls direkt die richtigen Medikamente verwenden können. Diese sind hochwirksam, Ihre Erkrankung kann gut und sicher behandelt werden. Ihre Anwendung ist jedoch schwieriger und es treten mehr Nebenwirkungen auf als bei Standard-Antibiotika. Daher werden Sie nur eingesetzt, wenn der dringende Verdacht besteht, daß eine MRSA Infektion vorliegt. Bei Ihnen muß jedoch berücksichtigt werden, ob MRSA überhaupt zu Ihrer Erkrankung beiträgt - oben wurde ja bereits erwähnt, daß die allermeisten Keimträger gesund sind: In aller Regel liegt nur eine Besiedlung vor, daß heißt der Keim lebt auf der Haut, ohne je eine Infektion hervorzurufen. Eine gezielte antibiotische Behandlung ist dann nicht nötig,jedoch können spezielle pflegerische Maßnahmen erforderlich sein.

Warum muß ich von den anderen Patienten getrennt werden?

Bei einigen Ihrer Mitpatienten können MRSA schwere Infektionen auslösen, die dann mit Standard - Antibiotika nicht beherrschbar wären. Dadurch auftretende Therapie-verzögerungen könnten die Gesundheit dieser Patienten stark beeinträchtigen. Außerdem ist die Behandlung mit den speziellen, MRSA wirksamen Antibiotika komplizierter, teurer und kann mit Nebenwirkungen verbunden sein. Daher ist es sehr wichtig, die Verbreitung dieses Keims im Krankenhaus zu unterbinden.

Wie werde ich MRSA los?

Wenn Sie nach Hause entlassen werden, gelingt es Ihnen wahrscheinlich, MRSA von ganz alleine zu eliminieren. In Ihrer häuslichen Umgebung muß dieses Bakterium sich mit anderen Keimen auseinandersetzen, die oft schneller wachsen und Es verdrängen. Aber auch hier im Krankenhaus kann der Keim "von alleine" wieder verschwinden. Um dies zu beschleunigen und MRSA hier schon zu bekämpfen, erhalten Sie eine Nasensalbe, die -nebenwirkungsarm- MRSA abtötet. Sobald wir mit mehreren MRSA-negativen Abstrichen nachgewiesen haben, daß Sie wieder frei von diesem Keim sind, kann auch Ihre Isolierung aufgehoben werden.

Was muß ich nach meiner Entlassung beachten?

MRSA stellt in der Regel nur im Krankenhaus ein Problem dar, da hier viele schwerkranke Patienten liegen, die Antibiotika benötigen. Daher bitten wir Sie, bei späteren Krankenhausaufenthalten und bei Ihrem Hausarzt immer darauf hinzuweisen, daß bei Ihnen MRSA festgestellt wurde. Man kann dann prüfen, ob Sie weiter Keimträger sind, und Sie entsprechend behandeln.

Abschließend möchten wir noch einmal zusammenfassen: Es besteht für Sie kein Grund zur Sorge. Ihre Erkrankung kann gut und sicher behandelt werden. Leider ist Ihre Behandlung jetzt jedoch etwas umständlicher geworden. Dies ist für Sie mit Unannehmlichkeiten und für uns mit höherem Aufwand verbunden.
Wir bemühen uns darum, Ihre Isolation möglichst rasch aufzuheben und Sie sobald wie medizinisch vertretbar zu entlassen. Wir bitten Sie um Verständnis für Ihre Isolation, etwas Geduld und Ihre Mitarbeit:

  • bitte halten Sie Ihre Isolation ein.
  • vermeiden Sie Kontakt zu Ihren Mitpatienten.
  • Weisen Sie bei Untersuchungen (z.B. Röntgen) darauf hin, daß Sie MRSA Träger sind.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Stationsarzt, bzw Ihre Stationsärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Claus F. Eisenberger
 
 

 

Seite zuletzt aktualisiert am 13.10.2017