Das Evangelische Krankenhaus Kalk, das Krankenhaus Merheim der Kliniken der Stadt Köln und das Krankenhaus Porz am Rhein bündeln ihre Expertise und starten heute offiziell ein gemeinsames ECMO-Netzwerk rechtsrheinisch für die Stadt Köln.
Ziel ist es, Rettungskräften und Notärzt*innen eine zentrale Hotline anzubieten, über die betroffene Menschen mit Herz-Kreislaufstillstand sofort der bestmöglichen Behandlung zugeführt werden können. Rechtsrheinisch ist das Netzwerk die einzige Versorgungseinheit, die Patient*innen automatisch der nächsten freien ECMOEinrichtung zuweist. Bisher wurde diese Versorgung linksrheinisch von der Uniklinik Köln angeboten.
„Die enge Zusammenarbeit der drei Häuser ermöglicht es uns, Ressourcen effizient zu nutzen und die Patientensicherheit zu erhöhen“, betont Prof. Dr. Marc Horlitz, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Rhythmologie im Krankenhaus Porz am Rhein.
Was ist ECMO und wann wird sie eingesetzt?
ECMO steht für „Extracorporeal Membrane Oxygenation“ – eine hochmoderne, lebenserhaltende Therapie, bei der das Blut eines Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid entfernt wird. Diese Methode kommt vor allem bei schwerem Herz- und/oder Lungenversagen zum Einsatz, wenn herkömmliche Behandlungen nicht mehr ausreichen. Die ECMO übernimmt
vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge und ermöglicht so dem Körper, sich zu stabilisieren und zu erholen. Das ist zudem wichtig, wenn eine schnelle Untersuchung in einem Herzkatheterlabor erforderlich ist und der Kreislauf des Patienten aufrechterhalten werden muss.
Im Kontext eines Herz-Kreislaufstillstands kommt zunehmend die sogenannte eCPR (extrakorporale kardiopulmonale Reanimation) zum Einsatz. Dabei wird die klassische Wiederbelebung Cardiopulmonary Resuscitation, CPR) durch den frühzeitigen Einsatz einer ECMO ergänzt, um den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung des Körpers auch dann aufrechtzuerhalten, wenn das Herz
selbst nicht mehr pumpt. Dieses Verfahren kann insbesondere bei ausgewählten Patient*innen die Überlebenschancen deutlich verbessern.
Mit dem ECMO-Netzwerk stärken wir die Versorgung von kritisch erkrankten Patient*innen im rechtsrheinischen Köln erheblich. Die schnelle und gezielte Weiterleitung über die Hotline kann Leben retten“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Frank Eberhardt, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin im EVKK. Das Evangelische Krankenhaus Kalk verfügt zudem über ein Cardiac Arrest
Center (CAC), das auf die Behandlung von Patient*innen nach Herzstillstand spezialisiert ist und somit eine noch umfassendere Versorgung anbietet.
Wie funktioniert das ECMO-Netzwerk?
Über eine zentrale Hotline können Rettungskräfte und Notärzt*innen direkt Kontakt mit dem ECMO-Netzwerk aufnehmen. Das Team hinter dieser Hotline leitet den Rettungsdienst automatisch zur nächstgelegenen freien ECMO-Einrichtung weiter. So wird sichergestellt, dass keine wertvolle Zeit verloren geht und Patient*innen die optimale Versorgung erhalten.
Die Hotline ist rund um die Uhr mit erfahrenen Ärzt*innen besetzt. Bereits während des Einsatzes vor Ort übermittelt der Rettungsdienst die wichtigsten Patientendaten (z. B. Alter, vermutete Ursache des Kreislaufstillstands, Dauer der Reanimation). Auf dieser Basis entscheidet das ECMO-Team innerhalb weniger Minuten, ob ein ECMOEinsatz sinnvoll ist. Parallel wird in einem der beteiligten Krankenhäuser ein spezialisiertes ECMO-Team vorbereitet. Durch dieses strukturierte Vorgehen wird die Versorgung insbesondere bei zeitkritischen Notfällen wie Herzstillständen deutlich
beschleunigt.
Dieses Netzwerk ist ein großer Schritt nach vorne für die Region. Es garantiert, dass Notfallpatient*innen immer die bestmögliche Behandlung erhalten, egal wo sie sich befinden“, so Prof. Dr. Axel Meissner, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, Zentrum für Kardiologie und Rhythmologie am Klinikum Merheim.