Sanierung und Modernisierung der Bestandsgebäude in Merheim
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts und Bestandteil der umfassenden Förderung durch das Land NRW ist die Modernisierung der bestehenden Gebäude auf dem Campus Merheim. Besonders wichtig ist die Sanierung des A Strangs im Bettenhaus. Die bisherigen Mehrbettzimmer werden durch moderne 2 Bett Zimmer mit eigener Nasszelle ersetzt. Dies verbessert nicht nur den Komfort der Patient*innen, sondern entspricht auch aktuellen hygienischen Standards. Zusätzlich entstehen spezialisierte Bereiche für geriatrische und demenziell erkrankte Patient*innen, die eine bedarfsgerechte Versorgung ermöglichen.
Im Erdgeschoss des Bettenhauses werden zentrale Funktionsbereiche neu organisiert. Dazu gehören eine gemeinsame Endoskopie, optimierte Ambulanzbereiche und ein Zentrales Patientenmanagement (ZPM). Das ZPM bündelt alle vorbereitenden Untersuchungen und Abläufe vor Operationen an einem Ort. Dadurch werden Wartezeiten reduziert, und stationäre Voraufnahmen können weitgehend entfallen. Auch das Institut für Transfusionsmedizin mit der Blutspende-Zentrale wird aus dem Untergeschoss die aufgehenden Geschosse verlegt, um Wege zu verkürzen und Risiken durch Starkregen zu minimieren.
Weitere Bereiche werden ebenfalls umfassend umgebaut. Die freiwerdenden Flächen der Endoskopie werden als Ambulanzen genutzt. Mehrere internistische Intensivstationen werden zusammengeführt, um Synergien zu schaffen und die Versorgung zu verbessern. Die neurologische Intensivstation zieht in modernisierte Bereiche um, während die Pflegedienstleitung neue Räume erhält.
Das Haus 29 wird zur zentralen onkologischen Ambulanz mit tagesklinischen Angeboten umgebaut. Haus 32, das bereits weitgehend modernisiert ist, erhält zusätzliche Flächen für die Onkologie.
Neubauten: Kinderkrankenhaus und Erweiterungsbau
Der Neubaukomplex nördlich des bestehenden Klinikums bildet das Herzstück des neuen Gesundheitscampus. Er besteht aus zwei Gebäuden: dem neuen Kinderkrankenhaus und dem Erweiterungsbau für die Erwachsenenmedizin.
Im Kinderkrankenhaus werden das integrierte Kindernotfallzentrum (KINZ), Spezialambulanzen, Kinderradiologie und das Sozialpädagogische Zentrum untergebracht. „Wir schaffen jetzt mit dem Gesundheitscampus Merheim zukunftsweisende Voraussetzungen für eine moderne, vernetzte und hochprofessionelle Spezialmedizin, die ihresgleichen sucht. Gerade bei komplexen Krankheitsbildern profitieren Patientinnen und Patienten von kurzen Wegen, enger interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer hochmodernen Infrastruktur. Mit dem integrierten Notfallzent-rum, spezialisierten Zentren und einem neuen Perinatal-Zentrum bündeln wir Kompetenzen und stärken die medizinische Leistungsfähigkeit unseres Maximalversorgers nachhaltig, so Geschäftsführer Prof. Dr. Axel Goßmann.“
Ein besonderer Schwerpunkt ist das neue Perinatal-Zentrum Level 1, in dem die Geburtshilfe, Neonatologie und Kinderintensivmedizin räumlich vereint werden. Dadurch entfallen risikoreiche Verlegungen von Früh- und Neugeborenen zwischen verschiedenen Standorten.
Der Erweiterungsbau enthält das Integrierte Notfallzentrum (INZ), zusätzliche OP Kapazitäten, die Gynäkologie und die Geburtshilfe. Die modulare Bauweise ermöglicht flexible Anpassungen an zukünftige Entwicklungen. Großzügige Innenhöfe sorgen für Tageslicht und Orientierung.
Das neue Integrierte Notfallzentrum (INZ)
Das INZ bildet einen zentralen Baustein des Gesundheitscampus Merheim. Es ist die Anlaufstelle für alle Notfallpatient*innen – sowohl liegend als auch gehend. Die Struktur ist in High Care , Intermediate Care und Low Care Bereiche gegliedert, was eine schnelle und zielgerichtete Versorgung ermöglicht. Die Notfallradiologie mit CT, MRT und Röntgen ist direkt angebunden, sodass die bildgebende Diagnostik ohne Zeitverlust erfolgen kann.
Als besondere Schwerpunkte des Campus sind geplant:
- Überregionales Trauma-Zentrum
- Schwerbrandverletzten-Zentrum
- Stroke Unit
- Chest Pain Unit
- Neuro-Zentrum
Durch die räumliche Nähe der Fachbereiche können komplexe Notfälle interdisziplinär und ohne Verzögerung behandelt werden.
Krisenvorsorge und Pandemiefähigkeit
Der Gesundheitscampus Merheim ist gezielt auf zukünftige Krisen vorbereitet.
Dazu gehören:
- moderne Isolationsräume mit direktem Außenzugang
- eine Infektionsstation mit separatem Eingang
- Dekontaminationsbereiche
- Räume für chemische und radiologische Sonderlagen
- telemedizinische Anbindungen
Diese Strukturen ermöglichen eine sichere Versorgung auch in Pandemie oder Katastrophensituationen.
Unter dem Neubau wird eine zweigeschossige Tiefgarage errichtet. Ziel ist es, diese mit medizintechnischen Ausstattungen so vorzurüsten, dass diese bei einem jederzeit möglichen Massenanfall von Verletzen (MANV) in ein unterirdisches Krisenzentrum zur Versorgung von Ver-letzten kurzfristig umgerüstet werden kann. Diese Planung hat in Deutschland Pilotcharakter und ist ein Meilenstein beim Ausbau der Resilienz der Kliniken Köln. Dieses Vorhaben stößt auf große Zustimmung bei Entscheider*innen auf Landes- und Bundesebene, allerdings stehen der-zeit keine finanziellen Mittel zur vollumfänglichen Umsetzung zur Verfügung.
Klimaanpassung und Nachhaltigkeit
Die Planung berücksichtigt die zunehmende Wärmebelastung in Köln.
Maßnahmen sind unter anderem:
- begrünte Dächer und Fassaden
- optimierter sommerlicher Wärmeschutz
- hochwertige Sonnenschutzsysteme
- aktivierbare Speichermassen und Nachtlüftung
- klimaangepasste Grünflächen
Die Abstimmung mit Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwässerungsbetrieben stellt sicher, dass alle Maßnahmen den städtischen Standards entsprechen.
Mobilität, Logistik und Erreichbarkeit
Ein neuer Service Hub an der südlichen Wilhelm Griesinger Straße nahe der benachbarten LVR-Klinik entlastet den Gesundheitscampus vom täglichen Güterverkehr. Eine neue ÖPNV Haltestelle am künftigen Haupteingang verbessert die Erreichbarkeit für Patient*innen und Mitarbeitende. Die Wegeführung auf dem Gesundheitscampus wird barrierefrei und über-sichtlich gestaltet.