Chirurgisch/ gastroenterologische Studien
COMPASS:
deCOMPrimierendes stomA und zweizeitige elektive Resektion vs. Notfall-Resektion bei Patienten mit linksseitigem obstruktivem Kolonkarzinom
Registrierungsnummer: /
Erkrankung: obstruktiver linksseitiger Dickdarmkrebs
Kurzbeschreibung:
Darmkrebs ist die zweithäufigste (Frauen) bzw. dritthäufigste (Männer) bösartige Erkrankung in Deutschland. Ein akuter Dickdarmverschluss tritt bei 7 bis 29 % der Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs auf und ist eine der häufigsten Ursachen für einen chirurgischen Notfall. Die Standardbehandlung für diesen Zustand ist die Notfalloperation, in welcher der betroffene Darmabschnitt entfernt wird. Allerdings ist die Notfalloperation mit einem hohen Risiko für postoperative Komplikationen und Sterblichkeit verbunden. Daten aus aktuellen Studien deuten darauf hin, dass sowohl die Sterblichkeit als auch postoperative Komplikationen gesenkt werden, wenn die Patienten in einem zweizeitigen Verfahren operiert werden. Im Rahmen dieses zweizeitigen Vorgehens wird bei den Patienten zunächst ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt, um den Darm zu entlasten. Sobald die Patienten sich von den Folgen des akuten Darmverschlusses erholt haben, erfolgt eine zweite Operation, in welcher der Darmverschluss-verursachende Tumor entfernt wird und im besten Falle auch der künstliche Darmausgang zurückverlagert wird. Durch dieses Vorgehen wird möglicherweise die Sterblichkeit gesenkt. Zudem zeigen Daten, dass bei diesem zweizeitigen Vorgehen häufiger ein minimal-invasiver Zugang möglich ist und Komplikationen/Langzeitfolgen wie ein dauerhafter künstlicher Darmausgang deutlich gesenkt.
Studiendauer für Patienten: 120 Tage ab OP bis zu 3 Jahre
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Prof. Dr. med. Claus F. Eisenberger
ARMANI:
Anatomische Resektion von Lebermetastasen bei Patienten mit RAS-mutiertem kolorektalem Karzinom – eine randomisierte, kontrollierte Studie
Registrierungsnummer: DRKS00023792
Erkrankung: resektable colorektale Lebermetastasen
Kurzbeschreibung:
Für die Resektion von Lebermetastasen gibt es zwei prinzipielle chirurgische Techniken, die sich aus dem Aufbau der Leber aus einzelnen Segmenten ergeben. Bei der sog. anatomischen Resektion erfolgt die nahezu vollständige Entfernung des betroffenen Lebersegments. Bei der nicht-anatomischen Resektion erfolgt die Resektion der Lebermetastase mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand, jedoch unabhängig von den Grenzen des betroffenen Segments. Vorteil der nicht-anatomischen Resektion ist der geringe Verlust funktionsfähigen Lebergewebes. Allerdings zeigen aktuelle Daten aus den USA erste Hinweise, dass bei Patienten mit Lebermetastasen eines Dickdarmkrebses die anatomische Resektion der nicht-anatomischen Resektion hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens überlegen ist, wenn im Tumor eine bestimmte Mutation nachgewiesen wurde (sog. RAS Mutation). Die vorliegenden Daten sind jedoch nicht ausreichend damit bei diesen Patienten die anatomische Resektion als Standardtechnik empfohlen werden kann. Hierfür müssen diese Ergebnisse durch eine wissenschaftliche hochwertige, klinische Studie bestätigt werden.
Ziel der ARMANI Studie ist es zu überprüfen, ob eine anatomische Resektion von Lebermetastasen das krankheitsfreie Überleben von Patienten mit Dickdarmkrebs, deren Tumor eine Mutation im RAS Gen hat, im Vergleich zur nicht-anatomischen Resektion verlängert.
Studiendauer für den Patienten: 24 Monate
Studienlaufzeit: 2026-2029
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Prof. Dr. med. Claus F. Eisenberger
Onkologische Studien
CLEAN-DUCT/TRITICC-3:
Eine prospektive, einarmige, unverblindete, nicht-randomisierte, multizentrische Phase IIa Pilotstudie zu Durvalumab und intraduktaler Radiofrequenzablation bei Patienten mit extrahepatischem Gallengangskrebs
Registrierungsnummer: NCT06440993
Erkrankung: Gallengangskrebs
Kurzbeschreibung:
Die Studie untersucht, ob eine systemische Behandlung mit Chemotherapie plus Durvalumab in Kombination mit wiederholter Radiofrequenzablation (RFA) die Anti-Tumor-Aktivität bei Patienten mit extrahepatischem Gallengangskrebs weiter erhöhen könnte.
Studiendauer für den Patienten: 21 Monate
Studienlaufzeit: 2026-2028
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Dr. med. Bernhard Sibbing
FIRE8
Prospektive, randomisierte, offene, multizentrische Phase II Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit von Trifluridin/Tipiracil plus Panitumumab im Vergleich zu Trifluridin/Tipiracil plus Bevacizumab bei der Erstlinientherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms
Registrierungsnummer: NCT05007132
Erkrankung: Dickdarmkrebs
Kurzbeschreibung:
Um die Wirksamkeit von Trifluridin/Tipiracil und Panitumumab (Arm A) im Vergleich zu Trifluridin/Tipiracil und Bevacizumab (Arm B) zu untersuchen, werden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder Arm A oder Arm B für die Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom zugewiesen. Eingeschlossen werden Patienten mit RAS-Wildtyp, bei denen eine Kombinations-Chemotherapie entweder nicht durchgeführt werden kann oder nicht erwünscht ist. Das primäre Ziel dieser Studie ist der Vergleich der Wirksamkeit der Behandlung mit Trifluridin/Tipiracil plus Panitumumab mit Trifluridin/Tipiracil plus Bevacizumab
Studiendauer für den Patienten: 6 Monate bis 5 Jahre
Studienlaufzeit: 2021-2029
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Dr. med. Bernhard Sibbing
FIRE9
Eine multizentrische Phase-III-Studie zur Bewertung der Effektivität einer additiven Chemotherapie nach definitiver Therapie (OP, Radiatio oder Ablation) bei Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen.
Registrierungsnummer: NCT05008809
Erkrankung: Dickdarmkrebs
Kurzbeschreibung:
Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom nach definitiver Behandlung (OP, Ablation oder Radiatio) aller Läsionen werden im Verhältnis 2:1 entweder in den Arm A (additive Chemotherapie mit mFOLFOXIRI/mFOLFOX) oder in den Arm B (strukturierte Nachsorte) randomisiert. Die Studie untersucht die noch ungeklärte Frage, ob das Überleben durch eine additive Chemotherapie in diesem Patientenkollektiv verbessert werden kann.
Studiendauer für den Patienten: 6 Monate - 5 Jahre
Studienlaufzeit: 2021-2030
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Dr. med. Bernhard Sibbing
PREVENT HIPEC/Flot9
Präventive HIPEC in Kombination mit perioperativer FLOT im Vergleich zu FLOT allein bei resektablen diffusen Adenokarzinomen des Magens und des gastroösophagealen Übergangs vom Typ II/III
Registrierungsnummer: NCT04447352
Erkrankung: Adeno-CA des Magens / gastroösophagealen Überganges
Kurzbeschreibung:
Randomisierter Vergleich von neoadjuvanter FLOT Chemotherapie + Chirurgie versus neoadjuvante FLOT Chemotherapie + Chirurgie + HIPEC bei resektablem diffusen Adeno-CA des Magens / gastroösophagealen Überganges
Studiendauer für den Patienten: 5 Jahre
Studienlaufzeit: 2021-2027
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Prof. Dr. med. Michael Ströhlein
NO-Studie:
Netzwerk Onkologie – Therapiebegleitende Darstellung des Versorgungsalltags in der integrativen Onkologie
Registrierungsnummer: DRKS00013335
Erkrankung: Tumore jeder Entität
Kurzbeschreibung:
Ziel dieser Studie ist es, ein klinisches Tumordokumentationsregister aufzubauen, welches die Behandlungsrealität abdeckt, um die Versorgung von Tumorpatienten qualitativ zu verbessern. Hierfür werden Daten aus der klinischen Routine gesammelt und zusätzlich die Lebensqualität der Patienten mithilfe verschiedener Fragebögen gemessen.
Studiendauer für den Patienten: 2 Jahre
Studienlaufzeit: 2026-2030
Status: rekrutierend
Verantwortlicher Prüfarzt: Dr. med. Bernhard Sibbing