Radiofrequenz-Ablation
Nach dem diagnostischen Teil des Eingriffes (EPU) kann meist in derselben Sitzung eine erfolgreiche Verödung der Rhythmusstörung durchgeführt werden (Katheterablation). Hierbei wird zunächst mit einem an der Spitze steuerbaren Katheter der Ursprungsort der Herzrhythmusstörung exakt aufgesucht. Durch kurzfristige Abgabe von hochfrequentem Wechselstrom wird die Katheterspitze auf bis zu 60° C erhitzt. Hierdurch werden im Folgenden nur die für die Rhythmusstörung verantwortlichen Herzmuskelzellen gezielt und dauerhaft verödet, sodass eine medikamentöse Therapie im Anschluss in der Regel nicht (mehr) erforderlich ist.
In unserem Rhythmus-Zentrum werden die elektrophysiologische Untersuchung und Verödungstherapie aller konventionellen und komplexen Herzrhythmusstörungen angeboten.
Pulmonalvenen-Isolation zur Behandlung von Vorhofflimmern
An unserem Vorhofflimmer-Zentrum können wir alle modernen Ablationsverfahren zur Pulmonalvenenisolation (Lungenvenenverödung) anbieten. Für die Wahl der Ablationstechnik spielen verschiedene individuelle Begebenheiten seitens des Patienten eine Rolle. Vorrangig sind hier die individuelle Anatomie, die Dauer des vorbestehenden Vorhofflimmerns, die bisherige medikamentöse Therapie sowie mögliche Vorablationen. In unserem rhythmologischen Team wird jeder Einzelfall vor dem Ablationseingriff individuell besprochen und geplant, um das bestmögliche Ergebnis für jeden unserer Patienten zu erzielen.
- Pulsed Field Ablation (PFA)
Dies ist die modernste, nicht-thermische Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern. Anstatt Hitze oder Kälte nutzt die PFA kurze, hochenergetische (1500 Volt) elektrische Impulse, um gezielt krankhafte Herzmuskelzellen mittels winziger Poren in der Zellmembran zu veröden, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind. Vorteile sind eine hohe Patientensicherheit und kürzere Prozedurzeiten.
- Radiofrequenzablation
Hierbei wird das Gewebe erhitzt. Bei grundsätzlich gleichem Ziel der Lungenvenenisolation durch kreisrunde Energieabgaben ist die Technologie doch eine grundsätzlich andere. Durch Aneinanderreihen von einzelnen Hitze-Verödungspunkten wird letztendlich um die Lungenvenen herum eine kreisförmige Narbenbildung erzielt.
Zur Durchführung dieses Verfahrens ist die Unterstützung eines hochmodernen 3D-Navigations- und Mappingsystems (s.o.) notwendig. Durch das Erstellen dieser „elektrischen Landkarte“ des linken Vorhofs und der Lungenvenen kann der Ablationskatheter sehr genau und zielsicher gesteuert werden.
- Kryo-Ablation
Bei diesem Verfahren wird ein Eisballon (Kryoballon) verwendet. Dieser Ballon wird vor den Lungenvenen aufgeblasen, an deren Einmündungsstelle herangepresst und auf Temperaturen von -40° bis -60°C abgekühlt. Hierdurch wird eine kreisrunde Verödungsläsion rund um den Eingang der vier Lungenvenen hergestellt. Die tatsächliche elektrische Isolation aller Lungenvenen wird gleichzeitig über mehrpolige Kathetersysteme (sog. Lasso-Katheter) überprüft.
Unabhängig vom Ablationsverfahren erhalten alle Patienten während des Eingriffs Schmerz- und Beruhigungsmedikamente in genau angepasster Dosierung, sodass einerseits ein durchgehender Schlaf und Schmerzfreiheit gewährleistet sind und andererseits keine Vollnarkose eintritt. Im Anschluss an die Pulmonalvenenisolation überwachen wir unsere Patienten routinemäßig auf einer kardiologischen Normalstation mit Monitormöglichkeit.
Insbesondere bei der Planung einer Katheterablation von Vorhofflimmern kann es trotz der in unserem Zentrum hohen Zahlen an durchgeführten Eingriffen zu Wartezeiten kommen. Hier bitten wir um Verständnis, denn es gilt selbstverständlich der Grundsatz der Gewährleistung von maximaler Sicherheit und Qualität unter Berücksichtigung der medizinischen Dringlichkeit.