Kliniken der Stadt Köln gGmbH
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Minimal-invasive Operationen bei Lungenkrebs


Minimalinvasive Eingriffe am Brustkorb haben eine lange Geschichte. Seit Jahrzehnten wird in örtlicher Betäubung eine Spiegelung des Brustkorbes durchgeführt, hierbei wurde nur ein Zugang für Kameraoptik und für das Instrumentarium verwendet. Durch die Weiterentwicklung der Videotechnik ist das Operieren möglich geworden. Es werden meist 2-3 Zugänge als kleine Schnitte benutzt. Die Eingriffe erfolgen mittlerweile in Vollnarkose. Diese Operationstechnik wird auch als videoassistierte Thorakoskopie (eng.: videoassisted thoracic surgery = VATS) bezeichnet.
Durch kleinere Schnitte kann die Gewebeschädigung (Zugangstrauma) im Vergleich zur offenen Operation reduziert werden. Unter gewissen Voraussetzungen ist die Entfernung von Lungenanteilen bis zu einem Lungenlappen möglich. Hier ist insbesondere die Größe und Lage des Befundes ausschlaggebend. Dieses wird in unserer Klinik im Rahmen der Operationsplanung (Indikationskonferenz) unter den Thoraxchirurgen ausführlich diskutiert, der Patient wird über die Möglichkeiten der Operation und den Ablauf ausführlich aufgeklärt.
Der Tumor der Lunge sollte nicht größer als 3 cm sein, da sonst die Bergung der Lunge mit dem Tumor das Zugangstrauma soweit vergrößert, dass die Vorteile des Operationszugang nahezu verschwinden. Ferner sollte ein Nachweis von Absiedlungen des Tumors in die Lymphknoten nicht vorliegen.
Ziel der Tumoroperation an der Lunge muss immer die Entfernung des Tumors und der Lymphknoten in der Lunge und im Lungenmittelfeld sein.

Die Abbildung zeigt ein Bronchialkarzinom OL links T1N0

Abhängig von dem individuellen Befund wird die Möglichkeit der Entfernung der Lymphknoten in der Spiegelung des Brustkorb (VATS) oder über eine Spiegelung des Lungenmittelfeldes (MESK / VAMLA) diskutiert.

Die Spiegelung des Brustkorbes erfolgt über zwei kleine Schnitte von etwa 2 cm Länge, einmal am unteren Ende des Brustkorbes in einer Linie durch den vorderen Rand der Achselhöhle, einmal etwas unterhalb des Schulterblattes. Ein etwa 5cm langer Schnitt ist in der Linie der Achselhöhle im 4-5. Zwischenrippenraum zusätzlich notwendig, hier wird am Ende der Operation das Lungengewebe mit dem Tumor aus dem Brustkorb entfernt.

Die Entfernung der Lymphknoten kann über diesen Zugang ebenfalls erfolgen, ist technisch an einigen Stellen jedoch technisch sehr anspruchsvoll.

Um die Entfernung der Lymphknoten in gleicher Qualität zu erreichen wie in der offenen Operation, ist die Erweiterung der Spiegelung des Lungenmittelfeldes (Mediastinoskopie) sinnvoll. Die Mediastinoskopie ist ein Verfahren, das in den 60er Jahren des 20. Jahrhundert entwickelt wurde, um Proben aus Lymphknoten im Lungenmittelfeld zu entnehmen.

Durch technische Neuerungen ist es mittlerweile möglich die Lymphknoten komplett im Mittelfeld zu entfernen. Dieses Verfahren wird als videoassistierte mediastinale Lymphadenektomie (VAMLA) bezeichnet und ist eine Erweiterung der Mediastinoskopie. Der Eingriff erfolgt über einen Schnitt über der Drosselgrube auf einer Länge von etwa 5 cm (auf Höhe des Schnittes für eine Schilddrüsenoperation).
In Abhängigkeit vom Befund werden die Eingriffe nacheinander, im Abstand von etwa einer Woche durchgeführt, hierfür muss das endgültige feingewebliche (histologischen) Untersuchungsergebnis der ersten Operation vorliegen, oder die Eingriffe werden in einer einzelnen Narkose hintereinander durchgeführt.

Pathway: Lungenrundherd

Patienteninformation Lungenrundherd