Was ist das EEG?
EEG ist die Abkürzung für Elektroencephalogramm. Damit wird die Ableitung von Hirnströmen
bezeichnet. Außen am Kopf lassen sich die im Gehirn entstehenden geringfügigen Ströme messen: Im
Wachen, im Schlafen, sogar bei Bewusstlosigkeit. Je nach dem, in welchem Bewusstseinszustand sich
ein Mensch befindet, ergibt sich ein charakteristisches Kurvenbild. Diese Hirnströme können
aufgezeichnet werden und erlauben so einen Einblick in den Funktionszustand des Gehirnes. Ganz
besonders nützlich ist das EEG in der Diagnostik und Behandlung von Anfällen und Epilepsien. Auch
bei Bewusstseinsstörungen anderer Ursache und bei einigen anderen Erkrankungen kann ein EEG
sinnvoll sein. Das EEG ist eine ungefährliche Untersuchung und tut nicht weh.
Wie wird ein EEG abgeleitet?
Hierzu werden kleine Elektroden mit Gurten oder einer Haube am behaarten Kopf befestigt.
Diese Elektroden werden mit Kabeln verbunden, die die schwachen Ströme des Gehirnes zu einem
Verstärker leiten. Durch entsprechende Verstärkung können die Hirnströme durch Kurven auf Papier
oder auf einem Computerbildschirm sichtbar gemacht werden. Voraussetzung für eine aussagekräftige
EEG-Kurve ist leider, daß das Kind still hält. Deswegen wird manchen eher unruhigen Kindern ein
Saft zum Schlafen gegeben. Das Setzen und Entfernen der Elektroden eingeschlossen, dauert eine
EEG-Ableitung etwa eine Stunde.
Was kann ich dafür tun, dass die EEG-Ableitung gelingt?
Begleiten Sie ihr Kind und versuchen Sie, ihm die eventuell entstehende Angst vor der
Untersuchung zu nehmen. Ganz besonders bei kleinen Kindern ist es günstig, wenn sie müde sind. Sie
halten dann besser still und die Kurven sind besser auswertbar. Außerdem ist eine EEG-Ableitung,
bei der das Kind einschläft, ganz besonders wertvoll. Es kann also sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Kind
am Tag der Ableitung etwas früher hochnehmen und ihm sein Fläschchen unmittelbar vor der Ableitung
beim Befestigen der Elektroden geben.
Die Haare sollten frisch gewaschen sein und auf keinen Fall Gel enthalten, da dadurch die
Ableitung der Hirnströme gestört wird.
Wach-EEG
Das EEG wird in der Regel im Wachen abgeleitet. Sofern die Kindern alt genug sind, wird auch
eine Hyperventilation durchgeführt. Dabei muss das Kind drei Minuten lang verstärkt atmen. Gewisse
Veränderungen, z.B. bei Absencen, können so besser erfasst werden. Nach der Hyperventilation werden
die Kinder oft müde. Das gibt die Gelegenheit, ein Stück Schlaf aufzuzeichnen. Bei einem Teil der
Kinder wird zusätzlich noch eine Photostimulation durchgeführt. Das bedeutet, dass ähnlich dem
Stroboskop in den Diskotheken, ein Flickerlicht eingeschaltet wird. Die Kinder sollen sich dabei
mit geschlossenen Augen der Lichtquelle zuwenden. Das kann wertvolle Informationen geben, besonders
bei Kindern oder Jugendlichen, die einen Anfall bei Fernsehen hatten.
Schlaf-EEG
Das Schlaf-EEG umfasst idealerweise Einschlafphase, Schlaf und die Aufwachphase. Es ist
besonders dann sinnvoll, wenn das Wach-EEG keinen eindeutigen Befund ergeben hat. Auch gibt es
besondere EEG-Veränderungen, die ausschließlich oder zumindest verstärkt in Schlaf zu finden sind.
Das Schlaf-EEG ist besonders dann ergiebig, wenn die Kinder zuvor lange wachgehalten wurden. Man
spricht dann auch von einem Schlafentzugs-EEG. Bei sehr kleinen Kindern wird der Schlaf
gegebenenfalls durch die Gabe eines Medikamentes herbeigeführt.
Langzeit-EEG
In seltenen Fällen ist eine EEG-Ableitung über 24 Stunden indiziert. Dies kann bei
unklaren Anfällen, die sehr häufig auftreten, sinnvoll sein, oder wenn eine Beurteilung des
Ganznachtschlafes notwendig ist.
