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Kinderkrankenhaus Amsterdamer Str.
Behandlungskonzept
Ambulant, tagesklinisch und stationär werden alle Entwicklungsstörungen und psychischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters diagnostiziert und behandelt. Diese sind den Leitlinien zu entnehmen. 
 
Das Behandlungskonzept der Klinik berücksichtigt den aktuellen Stand der Forschung, der belegt, dass psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter meist multifaktoriell bedingt sind d.h. dass es meistens mehrere Gründe und Belastungen gibt, wenn ein Kind und Jugendlicher psychisch erkrankt.
 
Daher führen wir bei jedem Patienten eine ausführliche Diagnostik durch, um das einzelne Kind mit seinen Stärken und Schwächen, seiner Familie und seinem sozialen Umfeld gut kennen zu lernen.
Die Diagnostik besteht aus:
 
-          ausführliches Gespräch mit Kind/Jugendlichen und mit den Eltern
-          körperlich-neurologische Untersuchung
-          psychologische Diagnostik
-          apparative Diagnostik (z.B. EEG, EKG) und Labor
-          ggf. Kontaktaufnahme mit Kindergarten, Schule und anderen Einrichtungen
 
Nach der Diagnostik folgt die Entwicklung eines Behandlungsplans. Das Behandlungskonzept ist multimodal aufgebaut und wird für jeden Patienten individuell zusammengestellt.
Die Behandlungsangebote umfassen:
 
 

Psychotherapie

 
Ein erster wichtiger Therapiebestandteil ist die Psychoedukation d.h. der Patient und seine Eltern werden genau über die Erkrankung (Symptome, Ursachen, Verlauf) und mögliche Behandlungsmöglichkeiten informiert. 
 
Es werden verschiedene Therapieverfahren eingesetzt mit dem Ziel, neue Wege des Denkens, Fühlens und des Verhaltens zu finden. Hinsichtlich der psychotherapeutischen Behandlung kommt dabei der Verhaltenstherapie ein besonderer Stellenwert zu. In der Verhaltenstherapie werden störende Verhaltensmuster und Symptome konkret angegangen, indem der Patient sie erkennen lernt und mit Unterstützung des Therapeuten bewusst versucht, neue Verhaltensweisen anzunehmen, welche die Krankheit positiv beeinflussen. Das Ziel der Therapie ist realistische Hilfe in Form von Problembewältigung und Verhaltensänderung zu bieten. Je nach Erkrankung und Entwicklungsstand werden unterschiedliche verhaltenstherapeutische Techniken durchgeführt.
  
 

Gruppentherapie

 
Störungsspezifische Gruppentherapien:  
Für einzelne Erkrankungen gibt es gruppentherapeutische Angebote für Patienten und Eltern, die nach Bedarf angeboten werden können.
Diese Therapien finden wöchentlich statt und umfassen zumeist ca. 8 Termine. 
Folgende Gruppen können aktuell angeboten werden:  
  • Gruppe für Patientinnen mit Essstörungen (Schwerpunkt: Körperbildtherapie)
  • Angehörigengruppe von Patientinnen mit Essstörungen
  • Gruppe für Jugendliche mit einer depressiven Erkrankung
  • Gruppe für psychotisch erkrankte Patienten
  • Angehörigengruppe von psychotisch erkrankten Patienten
  • Angehörigengruppe von Patienten mit einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
  • Aufmerksamkeitstraining für Patienten mit einer Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung
   
Störungsunspezifische Gruppentherapien:
 
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 Elternberatung, Elterntraining und Familientherapie

 
  Da die Familie und die soziale Umwelt wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Kindes haben, werden Eltern und Bezugspersonen im Rahmen von Elterngesprächen, Elterntrainings und Familiensitzungen intensiv in die Therapie miteinbezogen.
  
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Pflege- und Erziehungsdienst

 
Pflegende der Kranken- und Kinderkrankenpflege, Erzieherinnen, Heilpädagoginnen, Diplom-Sozialpädagoginnen prägen die Teams im Pflege- und Erziehungsdienst der Stationen.
Die Rund-um-die-Uhr Betreuung ermöglicht im Bezugssystem einen festen Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern. Individuelle Probleme werden so besser erkannt und Defizite unter Berücksichtigung individueller Ressourcen, aufgearbeitet. Das PED-Team bietet eine feste Tagesstruktur, wie Mahlzeiten, Alltagsgespräche, Freizeitangebote, die in das therapeutische Angebot eingebettet sind.
Die professionelle Beziehung, (möglichst) in Abstimmung mit den Eltern bietet den so beschriebenen Rahmen.
- siehe einzelne Stationen
  
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Medikamentöse Therapie

 
Die medikamentöse Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen ist immer in ein Behandlungsprogramm eingebunden, das Beratung und Psychotherapie erfasst. Patient und Eltern werden immer ausführlich über Wirkung und Nebenwirkungen des Medikamentes aufgeklärt.
 
Medikamente, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt werden, sind in erster Linie Psychopharmaka. Psychopharmaka sind chemische Substanzen, die in den Gehirnstoffwechsel eingreifen. Ziel dieser Behandlung ist es seelische Störungen zu verhindern oder abzumildern. Die Psychopharmaka-Therapie unterstützt bei Kindern und Jugendlichen mit schwergradigen seelischen Störungen die Chance zu sozialer, schulischer und beruflicher Wiedereingliederung.
  
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Musiktherapie

Musiktherapie ist eine kreativitäts- und ausdrucksorientierte Therapiemethode. Durch gezielten Einsatz von Musik wird in der Musiktherapie therapeutische Wirkung erzielt. Musiktherapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit.
 
Ziele

• Bewusstwerden eigener Gefühle, Verbesserung des emotionalen Ausdrucks und des Umgangs mit Gefühlen
• Förderung der Kontakt- und Interaktionsfähigkeit auf nonverbaler Ebene
• Förderung der Aufmerksamkeit und des Zuhörens
• Stärkung des Selbstwertgefühles und Selbstvertrauens
• Training sozialer Kompetenzen

 
Methoden

Musiktherapie gibt es sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting in Form von aktiver und rezeptiver Musiktherapie.

Aktive Musiktherapie
• der Patient ist selbst mit Instrumenten und/oder seiner Stimme aktiv beteiligt
• musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, denn es wird ein breitgefächertes Instrumentarium angeboten, das voraussetzungslos spielbar ist
• die Instrumente im Musiktherapieraum decken ein breites Spektrum klanglicher Ausdrucksmöglichkeiten ab und regen zu explorativem und kreativem Handeln an
• während der Improvisation (musiktherapeutische Technik, in der Musik frei und spontan gestaltet wird) begleitet der Therapeut das Geschehen in den meisten Fällen aktiv; seine Aufgabe ist es, die Patienten zu unterstützen, zu verstärken oder auch mit den in das Spiel eingebrachten Themen zu konfrontieren
• neben frei gestalteter Musik werden auch Lieder oder Tänze genutzt
• im Sinne einer ressourcenorientierten Arbeit ist es möglich, Fähigkeiten an einem Instrument auszubauen und eigene Songs/Musik zu komponieren
• wichtiger als das jeweilige Endprodukt ist der Prozess des Musizierens und das Erleben des Patienten

Rezeptive Musiktherapie
• vom Therapeuten für den Patienten live gespielte Musik, in die Wünsche und Befinden des Patienten mit einbezogen werden, oder:
• gemeinsames Hören und Erleben von Musik vom Tonträger
• Klangreisen, musiktherapeutische Entspannungsverfahren
• Erlebnisse der Patienten können mit Hilfe anderer Medien (z. B. bildlich, im Gespräch, spielerisch) bearbeitet werden

Therapeutisches Angebot

-           Einzel- und Gruppentherapien mit individuellem Schwerpunkt (erlebnisorientierte bzw. übende Verfahren)
 
-           Musiktherapeutisches Entspannungstraining
 
-           Trommelgruppe
Über freies (improvisiertes) trommeln und das Erarbeiten von festen Rhythmen werden Teamfähigkeit, Kooperation, Konfliktfähigkeit und Verantwortung gestärkt. Durch die Freude am gemeinsamen Trommeln wird spielerisch die Konzentrationsfähigkeit gefördert und neue Energie gewonnen.
 
-           Soziales Kompetenz Training mit Musik und Bewegung (SMB)
Musik- und bewegungstherapeutische Verfahren kommen in diesem Gruppenangebot zum Einsatz, um die Körper- bzw. Selbstwahrnehmung jugendlicher Patientinnen zu verbessern, um so das Selbstwertgefühl sowie soziale Fähigkeiten (z. B. Einfühlungsvermögen und Selbstbehauptung) zu fördern.
Diese Gruppe findet in Zusammenarbeit mit der Bewegungstherapie statt.

- Instrumentenbau
Gemeinsam werden Instrumente hergestellt, die am Ende des Herstellungsprozesses in einer musikalischen Aktion zum Einsatz kommen; neben der Schulung sozialer Kompetenzen in der Kooperation untereinander sowie der Schulung von Ausdauer und Konzentration steht hier die Kreativität im Umgang mit dem Material im Vordergrund.
Diese Gruppe findet in Zusammenarbeit mit der Ergotherapie statt.


     
  
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Ergotherapie

Ergotherapie begleitet, befähigt und unterstützt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind.
Diesen Menschen soll es ermöglicht werden, für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Arbeit und Freizeit in ihrem Umfeld durchführen zu können, d.h. handlungsfähig im Alltagsleben zu sein.  
 
Ziele
 
Methoden  
Drei Behandlungsansätze sind für uns von großer Bedeutung: 
Kompetenzzentrierte Methode
Der Patient führt ausgewählte Techniken und Tätigkeiten aus, um verlorengegangene oder nicht vorhandene Fähigkeiten zu erlernen bzw. zu beüben. 
Ziele sind u.a.:
  • Förderung der Grundarbeitsfähigkeiten  (Konzentration, Ausdauer, Aufmerksamkeit…)
  • Steigerung von Selbständigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit    
  • (alltagsrelevante Handlungen)
  • Verbesserung instrumenteller Fertigkeiten und manueller Fähigkeiten 
Interaktionelle Methode (Gruppentherapie)
Ziel ist die Interaktion und Kommunikation der Gruppenmitglieder untereinander bei der Ausführung gemeinsamer Aufgaben. 
Ziele sind u.a.:
  • Steigerung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
  • Steigerung der sozio-emotionalen Kompetenz
  • Entwicklung von sozialem Handeln
  • Entwicklung von Konfliktlösungsstrategie 
Ausdruckszentrierte Methode
Der Patient wird durch kreativ zu gestaltende Materialien zur Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen und Wünschen angeregt. 
Ziele sind u.a.:
  • Auseinandersetzung mit Stimmung, Gefühlen und Wünschen
  • Abbau von Spannungen
  • Effektivität des eigenen Handelns erfahren
  • Anwendung bildnerischer und plastischer Medien 
Gefördert werden die Patienten einzeltherapeutisch oder in Kleingruppen. Die Anzahl der Therapieeinheiten variiert je nach Schweregrad und Ausprägung des Störungsbildes.
Als therapeutisches Medium kommen die unterschiedlichsten Handwerke, sowie unser Therapiegarten zum Einsatz.
 
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  Reittherapie

  
In Zusammenarbeit mit der Diplom-Sportlehrerin Caroline M. Rethagen, die seit mehreren Jahren erfolgreich als qualifizierte Reittherapeutin arbeitet, wird in einem nahe gelegenen Reitstall therapeutisches Reiten angeboten.
Unter therapeutischem Reiten versteht man den Einsatz eines speziell ausgebildeten Therapie-Pferdes in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Medizin (Hippo-Therapie), der Pädagogik (heilpädagogisches Reiten und Voltigieren) und des Sports (Behinderten-Reiten).
 
Durch die gezielte einzeltherapeutische Betreuung und die ergänzende enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten kann die individuelle Entwicklung positiv unterstützt werden.
Eine reittherapeutische Einheit gliedert sich in folgende zwei Teilbereiche:
 
Nähere Informationen zu Rethagen: Reittherapien erhalten Sie unter www.rethagen-rt.de

 

    

Sozialdienst

 
Der Sozialdienst ist zuständig für die Planung und Koordination der begleitenden und nachgehenden Betreuung der Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
    
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Seite zuletzt geändert am 05.05.11

Leiter der Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie
und Psychotherapie
Prof. Dr. Christoph Wewetzer

Ambulanz:
Tel.: 0221 / 89 07 - 20 11

Sprechstunde nach Vereinbarung

Sekretariat:
Frau Berens

Florentine-Eichler-Str. 1 
51067 Köln

Tel.: 0221 / 89 07 - 20 21
Fax: 0221 / 89 07 - 20 52


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