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Kinderkrankenhaus Amsterdamer Str.
Gesundheitliche Risiken bei Frühgeborenen
Je jünger und kleiner die Kinder sind, umso unreifer sind die Organe und umso schwieriger wird die Behandlung. Hauptprobleme ergeben sich daraus vor allem für das Gehirn, die Lunge, den Darm und die Augen.
  
Gehirn:
Das Gehirn eines Frühgeborenen ist noch in der Entwicklung und sehr sensibel. Da die möglichst ungestörte Hirnentwicklung Voraussetzung für die spätere Entwicklung ist, achten wir mit der größten Sorgfalt darauf, schädliche Einflüsse wie z.B. bestimmte Medikamente, Infektionen, langfristige Beatmung zu vermeiden („Neuroprotektion“).
Frühgeborene haben mit abnehmender Schwangerschaftsdauer ein höheres Hirnblutungsrisiko. Welche Auswirkungen eine Hirnblutung auf die Entwicklung eines Kindes hat, hängt von der Schwere und der Lokalisation der Hirnblutung ab.
  
Wie ein extrem unreifes Frühgeborenes sich später entwickeln wird, ist im Einzelfall während des Krankenhausaufenthaltes meist nicht vorhersehbar. Aus diesem Grunde sind für alle Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm nach der Entlassung spezielle kinderneurologische Nachuntersuchungen vorgesehen, die in unserem sozialpädiatrischen Zentrum durchgeführt werden. 
  
Lunge:
Für die Lunge ist vor allem die körpereigene Produktion eines Stoffes, das Surfactant, wichtig. Dieses Surfactant führt dazu, dass sich die kleinen Lungenblässchen, die für den Gasaustausch (Aufnahme von Sauerstoff O2/ Abgabe von Kohlendioxid CO2) zuständig sind, leichter öffnen und somit der Atemwegswiderstand abnimmt. Die Kinder können leichter atmen. Hat noch keine ausreichende Eigenproduktion von Surfactant stattgefunden (diese findet erst ab der 30.-32. Schwangerschaftswoche statt), entwickeln die Kinder ein sogenanntes Atemnotsyndrom. Prophylaktisch kann versucht werden eine Lungenreifungsförderung schon vor der Geburt durchzuführen, indem die Mutter mehrmals vor der Geburt Celestan (Kortikosteroid) bekommt. Entwickelt sich nach der Geburt ein Atemnotsyndrom, kann man künstliches Surfactant in die Lunge des Kindes bringen und so die Lungenblässchen öffnen und den Gasaustausch normalisieren. Mit einer geeigneten Atemhilfe (CPAP) können die meisten Kinder daraufhin weiterhin selbständig atmen. Manchmal ist dennoch  eine maschinelle Beatmung über einen Beatmungsschlauch vorübergehend notwendig
  
Augen:
Eine weitere bei sehr kleinen Frühgeborenen häufige Erkrankung ist die sogenannte Frühgeborenen Retinopathie, eine Erkrankung der Netzhaut. Auch hier gilt, je kleiner und unreifer die Kinder sind, umso häufiger tritt die Erkrankung auf. Eine Reihe von Faktoren wie z.B: Blutdruckschwankungen und Sauerstoffsättigungsschwankungen, Vitamin-E Mangel, Langzeitbeatmung können zu einer Netzhautablösung führen. Diese führt im schlimmsten Fall zu einer Erblindung. Unsere therapeutischen Optionen bestehen darin, Schwankungen von Blutdruck und Sauerstoffsättigung nach Möglichkeit zu vermeiden, auf eine ausreichende Vitamin und Spurenelementversorgung zu achten. Kommt es zur Netzhautablösungen gibt es operative Möglichkeiten oder per Laser die Netzhaut wieder anzuheften.
 
Darm
Die Unreife des Darmes kann bei sehr kleinen Frühgeborenen oder auch bei Kindern, die zu klein für die Schwangerschaftsdauer sind Probleme bereiten. Die Darmschichten und die dazugehörigen Nervenschichten sind noch nicht ausgereift und ermöglichen somit manchmal nur einen unzureichenden Nahrungstransport und Nahrungsaufnahme. Das kann zur Folge haben, dass Stuhl nicht richtig transportiert wird und somit ein Verschluss eintreten kann. Bedingt durch passagere Durchblutungsstörung kann es auch zur sogenannten nekrotisierenden Enterokolitis kommen. Eine Entzündung des Darmes an einer oder mehreren Stellen, die bis zur Perforation (Darmdurchbruch) führen kann. In diesen Fällen muss in der Regel eine Operation erfolgen, in der der entzündete Darmteil entfernt wird und für wenige Wochen ein künstlicher Darmausgang geschaffen wird.

Seite zuletzt geändert am 04.06.09

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Leiter:
Dr. Marc Hoppenz
Tel.: (0221) 8907-5451 

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