Die so genannte
Schlüsselloch-Chirurgie hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen unaufhaltsamen Siegeszug zum
Wohle der Patientinnen und Patienten genommen, so dass inzwischen selbst große bauchchirurgische
Eingriffe per Bauchspiegelung durchgeführt werden können. Eine konsequente Weiterentwicklung findet
momentan statt, den Weg zum erkrankten Organ über natürliche Körperöffnungen zu wählen, um die
bislang notwendige Bauchdeckenverletzung zu vermeiden, die Operationen letztlich narbenfrei
durchführen zu können.
Natürliche Körperöffnungen ermöglichen narbenfreie Operationen
Es wird weltweit an diesem neuen Konzept, dem so genannten „NOTES“, geforscht. Die Abkürzung
steht dabei für: Chirurgie über natürliche Körperöffnungen (Natural Orifice Transluminal Endoscopic
Surgery). Der Versuch, über den Mund/Speiseröhre/Magen oder den After/Mastdarm mit flexiblen
Geräten Operationen am Magen-Darm-Trakt durchzuführen, hat sich jedoch noch nicht in der klinischen
Routine durchsetzen können. Der Trend zur narbenlosen Chirurgie setzt sich dennoch im klinischen
Einsatz fort.
Bewährtes OP-Verfahren der Frauenheilkunde wurde weiterentwickelt
Dabei hat sich inzwischen eine Sonderform der Gallenblasenoperation auch an unserer Klinik
etabliert, die zwei bekannte und bewährte Operationsverfahren kombiniert. Hierfür wird die
Gallenblase über einen in der Gynäkologie seit etlichen Jahren z.B. im Rahmen der sog.
Fertilitätsdiagnostik bekannten Zugang über die Scheide entfernt. Es werden die normalen
Instrumente wie bei anderen herkömmlichen Bauchspiegelungsoperationen verwendet sowie ein kleiner,
später nicht mehr sichtbarer Hilfsschnitt in der Nabelgrube durchgeführt. Die eigentliche Operation
an der Gallenblase selbst unterscheidet sich nicht von den bisherigen Methoden. Durch die
Kombination von etabliertem Zugang über die Scheide und des Hilfszugangs am Nabel kann ein
kosmetisch optimales Ergebnis bei weiblichen Patienten erreicht werden.
Bei der sog. NOTES-Operation wird die Gallenblase bei Frauen nur über
natürliche Körperöffnungen entfernt, ein Zugang erfolgt durch die Scheide, der andere
durch den Bauchnabel.
Operiert wird mit einer 45 Grad-Winkeloptik mit nur einem Zentimeter Durchmesser, sowie nur
halb so dünnen Fasszangen zum Entfernen der Gallenblase.
Die Winkeloptik und ein Instrument werden durch die Scheide eingeführt, das
zweite Instrument durch den Bauchnabel.
Grafik: ©
Vera Zimperfeld - Media Mädel -
für
Kliniken der Stadt Köln
Diese Grafik zeigt die Operationssituation in der Seitenansicht. Das linke Instrument wird
durch eine kleine Öffnung im Bauchnabel eingeführt. Durch einen kleinen Schnitt im hinteren
Scheidengewölbe werden das zweite Instrument und die Kamera incl. Beleuchtung eingebracht.
Durch dieses Verfahren werden Schnitte durch die Bauchdecke verhindert. Ein größerer
Bauchschnitt birgt immer das Risiko von Schmerzen, Narbenbrüchen und Verwachsungen nach der
Operation.
Auf dem Monitor ist das Operationsfeld in Großansicht zu sehen, wie es der Operateur
sieht. Die Gallenblase ist auf dem Bild in grün gezeichnet.
Grafik: ©
Vera Zimperfeld - Media Mädel - für
Kliniken der Stadt Köln
Weniger Schmerzen, schnellere Genesung, geringeres Folgerisiko
Neben dem kosmetischen Aspekt gibt es aber auch weitere Argumente für die narbenfreie
Operation. Der Zugang durch die Bauchdecke macht einen Großteil der Probleme nach einer Operation
für die Patientinnen aus. Ein größerer Bauchschnitt macht mehr Schmerzen, eine Entzündung der Wunde
ist mit zunehmender Größe schwerwiegender, das Risiko von Narbenbrüchen und Verwachsungen größer.
Bei der herkömmlichen Bauchspiegelungsoperation muss der Schnitt so groß gewählt werden, dass die
Gallenblase mit den Steinen aus dem Bauch entfernt werden kann. Somit vergrößert sich der
notwendige Berge-Schnitt mit der Größe und Anzahl der Gallenblasensteine.
Die Entfernung der Gallenblase ist üblicherweise wegen eines Steinleidens, manchmal auch
wegen einer akuten Entzündung notwendig. Bei der Operation werden der Gallenblasengang und die
Gallenblasenarterie verschlossen und durchtrennt sowie die immer vorliegenden Verklebungen der
Gallenblase zur Leber gelöst, um die Gallenblase mit den Steinen entnehmen zu können.
Erfahrene Operateure beraten Sie bei der Wahl des für Sie besten Verfahrens
Die Operation nach dem NOTES - Verfahren wurde in unserer Klinik unter gynäkologischer
Mitarbeit eingeführt und hat bei uns inzwischen Eingang in die Routine bei der geplanten
Gallenblasenoperation gefunden. Unsere NOTES-Operationen werden zur Qualitätssicherung im
NOTES-Register der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie erfasst. Somit ist
die narbenfreie Gallenblasenoperation bei der Frau Realität geworden, da der wenige Millimeter
kleine Schnitt in der Tiefe der Nabelgrube keine sichtbare Narbe hinterlässt. Sollte bei Ihnen eine
Gallenblasenoperation notwendig sein oder Sie aus anderen Gründen Fragen zu diesem
Operationsverfahren haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Gerne senden wir Ihnen unser Faltblatt "Die narbenfreie Gallenblasenentfernung bei der Frau" zu. Sie können das Faltblatt auch als pdf-Datei herunterladen.
Ihr Ansprechpartner:
Dr. med. Dirk R. Bulian, Oberarzt
1. Kölner NOTES-Symposium
Am 09. Mai 2009 fand im Krankenhaus Merheim von 09.00 - 15.00 Uhr das erste NOTES (Natural
Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) Symposium für das Fachpublikum statt. Die Klinik für
Viszeralchirurgie des Krankenhauses Merheim hat auf dieser Veranstaltung die Möglichkeiten
narbenfreier Bauchoperationen thematisiert.
Einladung zum 1. Kölner NOTES Symposium
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Studien: 1. Prospektive Kohortenstudie zum Vergleich der transvaginalen/transumbilikalen Cholezystektomie
(Hybrid-N.O.T.E.S.) mit der herkömmlichen laparoskopischen Technik:
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