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Krankenhaus Merheim
Endokrine Chirurgie
Unser operatives Spektrum in der endokrinen Chirurgie: 

 

Endokrine Chirurgie (Chirurgie der Drüsenerkrankungen)
 
Erkrankungen der Drüsen, vor allem der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen und der Nebennieren werden von Internisten, Nuklearmedizinern und Chirurgen im optimalen Falle gemeinsam behandelt. Drüsenerkrankungen können sich auf vielfältige Art und Weise bemerkbar machen.
 
 
Schilddrüse
Bei Störungen der am Hals vor dem Kehlkopf gelegenen Schilddrüse sind Störungen der Größe und Struktur (Kropf und Knoten) sowie der Funktion zu unterscheiden. Zur Diagnostik stehen die ärztliche Untersuchung (Abtasten der Schilddrüse und des gesamten Halses), die Blutabnahme mit Bestimmung der Schilddrüsenhormone, des Schilddrüsensteuerungshormon und ggf. der Tumormarker, die Ultraschalluntersuchung sowie die Schilddrüsenszintigraphie zur Verfügung.
Bei Vergrößerung und/oder Knotenbildung können Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals (Globusgefühl) oder Atemnot auftreten. Seltener sind bösartige Veränderungen in der Schilddrüse ursächlich. Bei Funktionsstörungen können eine Unter- oder eine Überfunktion auftreten. Dabei wird entweder zuwenig oder zu viel Schilddrüsenhormon gebildet. Da das Hormon den Stoffwechsel und viele Organfunktionen anregt kommt es bei einer Unterfunktion zu Müdigkeit, Verstopfung und Gewichtszunahme, bei einer Überfunktion zu Nervosität, Durchfall, Gewichtsabnahme, Zittern und Wärmeintoleranz.
Bei krankhafter Vergrößerung ist Ziel der weitergehenden Untersuchungen der Ausschluss eines bösartigen Tumors. Die Klärung ist aber häufiger erst durch eine Operation zu erreichen. Neben dem Verdacht auf eine bösartige Neubildung sind bei deutlicher Vergrößerung auch entsprechende Beschwerden Grund, eine Operation durchzuführen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion ist häufig Folge einer Schilddrüsenentzündung und wird regelhaft durch eine regelmäßige Tabletteneinnahme behandelt. Bei einer Überfunktion, welche auch für das Herz gefährlich sein kann, sind eine genaue Abklärung der Ursache und eine zügige medikamentöse Therapie unerlässlich. Falls eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht, sollte eine Radiojodtherapie oder eine Operation durchgeführt werden. Welches Verfahren im Einzelfall zu bevorzugen ist, muss individuell besprochen werden.
Im Falle einer notwendigen Operation ist es wichtig, dass diese von einem erfahrenen Chirurgien durchgeführt wird. Da neben der Schilddrüse die Nebenschilddrüsen und die Stimmbandnerven liegen, ist eine entsprechende Ausbildung essentiell, um eine Stimmbandlähmung bis hin zu einem Luftröhrenschnitt sowie eine Nebenschilddrüsenunterfunktion zu vermeiden. Hilfreich zur Schonung der Stimmbandnerven ist das in unserer Klinik routinemäßig verwendete so genannte Neuromonitoring, bei dem die Nerven mittels feiner elektrischer Impulse geortet und identifiziert werden können.
Bei bestimmten Befundkonstellationen ist die Schilddrüsenoperation über einen nur ca. 2-3 cm langen Hautschnitt mittels spezieller Instrumente möglich. Dadurch kann die resultierende Narbe sehr klein gehalten werden.
 
 
Nebenschilddrüsen
Erkrankungen der Nebenschilddrüse sind relativ selten und erfordern daher spezielle Kenntnisse von Seiten der behandelnden Ärzte. Überfunktionen treten spontan oder im Rahmen einer Nierenschwäche auf. Bei spontaner Überfunktion sind eine einzelne Nebenschilddrüse oder eine Vergrößerung aller vier Nebenschilddrüsen ursächlich. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Knochenproblemen über Magengeschwüren bis hin zu psychischer Niedergeschlagenheit. Die operative Entfernung der erkrankten Nebenschilddrüsen ist die Therapie der Wahl.
Bei der Überfunktion im Rahmen einer Nierenschwäche ist möglicherweise eine Operation angezeigt, wenn eine medikamentöse Einstellung zur Behandlung der Knochenbeschwerden nicht mehr ausreicht. Hierbei werden die vergrößerten Nebenschilddrüsen entfernt und ein kleiner Teil über einen kleinen Schnitt in einen Unterarmmuskel wieder eingepflanzt. Diese komplexen Operationen erfordern spezielles Wissen und Techniken wie den Nebenschilddrüsenschnelltest, der noch während der Operation den Erfolg sehr sicher vorhersagen kann.
Auch Nebenschilddrüsenoperationen sind inzwischen über sehr kleine Hautschnitte unter Zuhilfenahme von vergrößernden Kameras möglich.
 
 
Nebenniere
Bei Vergrößerung einer der beiden Nebennieren, welche unabhängig der Nieren oberhalb derselben gelegen sind, ist die Gefahr einer Bösartigkeit oder die Überproduktion von einem der Nebennierenhormonen Grund für eine operative Entfernung. Dabei können Operationen der Nebenniere in den meisten Fällen Minimal Invasiv, also im Sinne einer Schlüsselloch-Operation durchgeführt werden. Wir operieren die Nebennieren über eine Bauchspiegelung mit allen Vorteilen von geringeren Schmerzen, schnellerer Erholung und kleineren Narben.
 
 
Bauchspeicheldrüse
Neben dem aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs kann auch in dieser Drüse ein hormonproduzierender Tumor, auch familiär gehäuft, entstehen. Häufig ist dann keine solch ausgedehnte Operation wie bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs notwendig. Aber auch dieser Eingriff erfordert eine große Erfahrung in der Bauchspeicheldrüsenchirurgie, um mit großer Aussicht auf Erfolg durchgeführt zu werden. Wie bei allen Drüsenerkrankungen ist die enge Zusammenarbeit mit dem „Drüseninternisten“ (Endokrinologen) unabdingbar.
 
 
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns und vereinbaren über die Telefonnummer 0221 / 89 07 - 18 50 0  einen Termin in unserer Spezialsprechstunde für endokrine Chirurgie.

Seite zuletzt geändert am 05.06.09

Chefarzt Klinik für Viszeralchirurgie:
Prof. Dr. Markus M. Heiss

Oberarzt:
Dr. med. Dirk R. Bulian

Sekretariat:
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