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Krankenhaus Merheim
Neuroradiologie

Die Sektion Neuroradiologie der Radiologischen Klinik bietet ein umfassendes Spektrum der neuroradiologischen Diagnostik und neuroradiologischen Therapie

Neuroradiologische Diagnostik:
Die wichtigsten Untersuchungsverfahren bei Erkrankungen des Nervensystems sind die Computertomographie (CT) und die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT). Die Kliniken der Stadt Köln verfügen über 3 CT- und 3 MRT-Geräte auf dem neuesten technischen Stand. Mit diesen Untersuchungsverfahren lassen sich feinste Veränderungen des Gehirns und Rückenmarkes sowie ihrer Umgebungsstrukturen darstellen. Mit der CT oder MRT können auch krankhafte Prozesse an den Blutgefäßen (z.B. Gefäßfehlbildungen oder Gefäßverschlüsse) ohne Eingriff in den Körper diagnostiziert werden. In einigen Fällen, insbesondere zur Planung neuroradiologischer endovaskulärer Therapien (s.u.), sind ergänzend Katheterangiographien der Kopf- oder Rückenmarksgefäße erforderlich.
Daneben werden sämtliche neuroradiologischen Spezialuntersuchungen wie Kontrastmitteldarstellungen der Nervenwasserräume (Myelographie, Zisternographie), präoperative Probeokklusionen von hirnversorgenden Gefäßen, CT-gesteuerte Biopsien von krankhaften Prozessen in oder in der Umgebung der Wirbelsäule, diagnostische Nervenwurzelblockaden etc. durchgeführt.

 


  Neuroradiologische Therapie

Verschluss von Aneurysmen mit Coils
Verschlüsse von Angiomen
Embolisation von Tumoren vor Operationen
Eröffnung von Hirngefäßen und Halsschlagadern


Viele Erkrankungen der Gehirn- und Rückenmarksgefäße lassen sich heute auf dem Gefäßwege von innen (endovaskulär) behandeln. Durch solche neuroradiologischen Interventionen kann in einigen Fällen eine offene Operation vermieden werden. Zum anderen können unter Umständen auch Erkrankungen behandelt werden, die einem offenen Zugang nicht oder nur mit größerem Risiko zugänglich sind. Die Neuroradiologie Köln-Merheim bietet das gesamte Spektrum der neuroradiologischen endovaskulären Interventionen an.

Verschluss von Aneurysmen mit Coils

Aussackungen (Aneurysmen) der Gehirngefässe werden meistens erst dadurch auffällig, dass sie platzen, d.h. durch eine lebensbedrohliche Blutung. Überlebt der Patient diese Blutung, dann muss das Aneurysma unverzüglich behandelt werden, um das Risiko einer erneuten Blutung auszuschließen.
Prinzipiell kann ein Aneurysma entweder neurochirurgisch von außen oder endovaskulär von innen behandelt werden. Bei der offenen Operation wird nach Eröffnung der Schädeldecke die Gefäßaussackung freigelegt und mit einer Klammer (Clip) ausgeschaltet. Bei der neuroradiologischen Intervention wird das Aneurysma von innen mit einem Mikrokatheter sondiert und mit feinen Platinspiralen (Coils) ausgefüllt. Einige Aneurysmen sind besser für die neuroradiologische, andere besser für die neurochirurgische Behandlung geeignet. In Köln-Merheim werden beide Behandlungsverfahren mit großer Expertise durchgeführt. Welches Behandlungsverfahren am besten geeignet ist, wird in jedem Einzelfall zwischen Neuroradiologen und Neurochirurgen abgestimmt.

 

 

Auf dem linken Bild oben ist das Aneurysma (Gefäßaussackung) deutlich zu erkennen, auf dem rechten Bild nach Behandlung nur noch zu ahnen.

 


Verschlüsse von Angiomen

Arteriovenöse Malformationen (AVM, Angiome) und arteriovenöse Fisteln sind Gefäßfehlbildungen mit Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen. Platzt eine AVM, kommt es zu einer Blutung in oder um das Gehirn. Eine AVM kann jedoch auch ohne Blutung durch Krampfanfälle oder Hirnfunktionsstörungen in Erscheinung treten.
Bei der endovaskulären Behandlung von AVM wird ein Mikrokatheter so nah wie möglich an das Angiom herangeführt. Dann werden die krankhaften Gefäße durch Injektion eines Flüssigembolisates (z.B. Gewebekleber) verschlossen.

 

Grosses Angiom in der rechten Gehirnhaelfte (Bilder a,b) vor der Behandlung. Bild c zeigt einen Mikrokatheter in einem Angiomgefaess

Angiom nach der Behandlung (Bild d). Bild e zeigt Embolisat in dem Angiom.
Andere mögliche Behandlungsverfahren von AVM sind die offene neurochirurgische Operation und die gezielte Bestrahlung. Dies erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen, wie sie in Köln-Merheim selbstverständlich ist.

 

 

Embolisation von Tumoren vor Operationen
Gefäßreiche Tumoren des Gehirns oder der Wirbelsäule können während einer Operation stark bluten. Um das Operationsrisiko zu vermindern, können die tumorversorgenden Blutgefässe vor der Operation über einen Mikrokatheter gezielt verschlossen (embolisiert) werden.

   Das Bild zeigt einen kleinen gefäßreichen Schädelbasistumor vor (rechts b,c) und nach (d) Embolisation über einen Mikrokatheter

 


Eröffnung von Hirngefäßen und Halsschlagadern

Die neurologische Klinik in Köln-Merheim ist ein Zentrum für die Behandlung von Patienten mit Schlaganfall. Schlaganfälle werden in der Regel durch Blutgerinnsel in Gehirngefäßen verursacht. In einigen Fällen können diese Blutgerinnsel über einen Mikrokatheter, der bis in das verschlossene Gehirngefäß vorgeführt wird, wieder aufgelöst und damit ein schwerer Gehirnschaden verhindert werden.

 

  Verschluss der linken mittleren Hirnarterie vor (Bilder a,b) und nach (Bilder c,d) Wiedereröffnung über einen Mikrokatheter

Um Schlaganfällen vorzubeugen, können Verengungen der Halsschlagadern durch Einbringen von Gefäßprothesen (Stents) erweitert werden. Seit einigen Jahren ist es auch möglich, Verengungen der Blutgefässe im Kopf mit Mikrostents zu behandeln. Auch diese Eingriffe werden in der Neuroradiologie in Köln-Merheim routinemäßig durchgeführt. Die Auswahl der hierfür geeigneten Patienten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik.

Beseitigung einer Engstelle in der "Wirbelarterie" - links ist die Engstelle zu erkennen, in der Mitte das Einlegen des Stents, rechts ist die Engstelle geöffnet.

 

Seite zuletzt geändert am 18.02.09

Informationen:

Leiter der Sektion Neuroradiologie:
Prof. Dr. Joachim Spreer

Tel.: 02 21 / 89 07 – 32 85
Fax: 02 21 / 89 07 – 32 48

Radiologische Klinik Merheim
Kliniken der Stadt Köln gGmbH
Ostmerheimer Str. 200
51109 Köln