Die Medizinische Physik betreut die physikalischen Aspekte der Anwendung ionisierender Strahlung und Bildgebung in der Medizin. Dies umfasst im wesentlichen die radiologische und nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie sowie den Strahlenschutz von Patienten und Mitarbeitern. Daraus ergeben sich folgende Arbeitsbereiche:
- Qualitätssicherung, Bestrahlungsplanung und Dosimetrie in der Strahlentherapie
- Qualitätssicherung und Bestrahlungsplanung in der Nuklearmedizin
- Konstanzprüfung/Qualitätssicherung in der Diagnostischen Radiologie
- Strahlenschutz
- Abwasserbehandlungsanlage (ABA)
- Zentrallager für radioaktive Abfälle (ZefrA)
- Zu dem Bereich Medizinische Physik zählen insgesamt 8 Personen, im einzelnen 3 Medizinphysiker, 4 Techniker und eine Sekretärin.
Qualitätssicherung, Bestrahlungsplanung und Dosimetrie in der Strahlentherapie
Eine Hauptaufgabe der Medizinischen Physik ist die Betreuung der Strahlentherapie
der Radiologischen Klinik. Folgende Aufgaben werden in diesem Bereich der Radiologischen Klinik in
enger Zusammenarbeit mit den Strahlentherapeuten und MTRA wahrgenommen:
- Optimierung der Strahlenanwendung einschließlich der Patientendosimetrie
- Bereitstellung der für die Behandlung erforderlichen physikalischen Daten
- Optimierung und Ausarbeitung des physikalischen Inhalts der Bestrahlungsplanung sowie Mitwirkung bei der Umsetzung am Patienten
- Mitwirkung bei der Entwicklung und Bereitstellung neuer Behandlungsverfahren
- Entwicklung von Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollmaßnahmen sowie deren Durchführung
Konstanzprüfungen - Betreuung der strahlentherapeutischen EDV-Einrichtung (LANTIS)
- Koordination und Überprüfung von Reparatur- und Wartungsmaßnahmen
- Beratung in Fragen des Strahlenschutzes bei medizinischen Expositionen
- Schulung und Einweisung von Mitarbeitern bei der Bedienung der Geräte zur Erzeugung ionisierender Strahlung.
Qualitätssicherung, Bestrahlungsplanung und Bestrahlungsplanung in der Nuklearmedizin
- Entwicklung von Qualitätssicherungs- und Qualitätskontollmaßnahmen an Gammakameras (SPECT) und nuklearmedizinischen Messplätzen sowie deren Durchführung.
- Konstanzprüfungen
- Betreuung der nuklearmedizinischen EDV-Einrichtung
- Koordination und Überprüfung von Reparatur- und Wartungsmaßnahmen
- Beratung in Fragen des Strahlenschutzes bei medizinischen Expositionen
- Mitwirkung bei der Festlegung der allgemeinen apparativen Ausstattung
- Schulung und Einweisung vom Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Bedienung der Geräte, beim Umgang mit radioaktiven Stoffen bzw. Strahlern
- Optimierung von Arbeitsabläufen und Verfahren zur Verringerung der Strahlenbelastung des Personals
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung der Isotopentherapiestation. Neben den strahlenschutztechnischen Aufgaben ist die Medizinische Physik auch der erste Ansprechpartner bei Problemen bezüglich der Spezialeinrichtung der Station in Zusammenhang mit der Abwasserbehandlungsanlage.
Strahlenschutz
Zum Schutz des Menschen und der Umwelt vor der schädlichen Einwirkung von
ionisierender Strahlung regeln die „Strahlenschutzverordnung“ und die „Richtlinie Strahlenschutz in
der Medizin“ Grundsätze und Anforderungen für Vorsorge- und Schutzmaßnahmen, die bei der Nutzung
und Einwirkung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung Anwendung finden. Eine wichtige
Aufgabe der Medizinischen Physik ist es, die Einhaltung der Verordnungen und Regelungen im Bereich
der Radiologischen Klinik zu gewährleisten. Ob bei Patient, Personal oder der Umwelt ist es in
allen Bereichen des Hauses die Aufgabe, gemäß dem im Strahlenschutz entwickelten ALARA-Prinzip
(engl.: „as low as reasonably achievable“), die Strahlenexposition so niedrig zu halten, wie dies
auf vernünftige Weise zu erreichen ist. Dementsprechend werden unter anderen folgenden Aufgaben von
den Mitarbeitern der Medizinischen Physik wahrgenommen:
- Baulicher Strahlenschutz
- Strahlenschutz-Messtechnik
- Kontaminationskontrolle/Dekontamination
- Inkorporationsüberwachung
- Überwachung der beruflich strahlenexponierten Personen (Personal)
- Messtechnische Überwachung der Strahlenschutzbereiche
- Qualitätssicherung/Dosisoptimierung bei der medizinischen Strahlenanwendung
- Lagerung und Sicherung radioaktiver Stoffe
- Strahlenschutzschulungen/Unterweisungen/Strahlenschutzanweisungen
- Bereitstellung strahlenschutztechnischer Hilfsmittel (z.B. Abschirmungen)
Konstanzprüfung/Qualitätssicherung in der Diagnostischen Radiologie
Die Medizinische Physik betreut betriebsteilübergreifend sämtliche Röntgeneinrichtungen der
Kliniken der Stadt Köln bezüglich der Konstanzprüfung und Qualitätssicherung. Darüber hinaus ist
sie Ansprechpartner in allen strahlenschutztechnischen Belangen.
(Bild: Konstanzprüfung an einer Angiographie-Röntgeneinrichtung)
Abwasserbehandlungsanlage (ABA)
Das Gebäude 29B der Radiologischen Klinik in Köln-Merheim wurde im Jahr 2000 und
2001 komplett saniert. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde auch die vorhandene Abwasserabklinganlage
durch eine neue Abwasserbehandlungsanlage ersetzt.
Für die Isotopenstation und die Nuklearmedizin wurde die Erstellung einer neuen Abklinganlage
für radioaktiv kontaminiertes Abwasser geplant, die das physikalische Abklingen der einzelnen
Nuklide im Abwasser unter die gemäß der aktuellen Strahlenschutzverordnung geltenden
Ableitungsgrenzwerte der einzelnen Nuklide erreicht. Darüber hinaus funktionieren die
Abklingbehälter gleichzeitig als eine biologische Kläranlage. Die Anlage verfügt über eine
speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und kann im Automatikbetrieb und im Handbetrieb (z.B. zu
Wartungszwecken) betrieben werden.
