In dem neuen Funktionstrakt auf dem
Gelände des Krankenhauses Merheim hat das neugebaute Neurologische Akut-Zentrum im Frühjahr 2006
die Arbeit aufgenommen. Der Bereich fasst die
Neurologische Intensivstation mit sechs Betten plus ein
siebtes 'Notfallbett') und die Schlaganfall-Station (
'Stroke Unit' mit sechs Betten) der Neurologischen Klinik räumlich
zusammen.
Geräumige helle Einzel- und Zweibett-Patientenzimmer mit großen Fensterflächen und großzügig
bemessene Funktionsräume einschließlich eines zentralen Raumes für notfallmäßige Interventionen
vermitteln eine freundliche Atmosphäre. Die neue Monitor-Anlage zur lückenlosen Überwachung aller
lebenswichtigen Funktionen bis hin zur Aufzeichnung der Hirnströme durch modernste Technik ist das
Herzstück der apparativen High-Tech-Ausstattung der Station mit Geräten zur künstlichen Beatmung
und zur Wiederbelebung bei Herz-, Kreislauf- und Atemstillstand. Sie ist die adäquate Ergänzung zu
der Ausstattung der unterstützenden Abteilungen, allen voran der Neuroradiologie mit
Computertomographie und Kernspintomographie sowie der Gefäßdarstellung mittels digitaler
Subtraktionsangiographie (DSA), einer speziellen Röntgentechnik zur gezielten Darstellung von
Blutgefäßen.
Die Ärztinnen und Ärzte der Intensivstation blicken auf eine jahrelange Erfahrung zurück. Die enge Zusammenarbeit der Pflege- und Ärzteteams der Intensiv- und der Schlaganfallstation im 24-Stunden-Schichtdienst an 365 Tagen im Jahr garantiert Kontinuität und Sicherheit durch verlustfreien Informationsfluss. Durch seine räumlichen und apparativen Möglichkeiten zählt das neue Neurologische Akut-Zentrum mit Intensivstation und Schlaganfallstation der Neurologischen Klinik zu den modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa.
Auf der Intensivstation werden pro Jahr ca. 300
bis 400 Patienten (Verweildauer 5-7 Tage), behandelt. Der zahlenmäßige Diagnoseschwerpunkt sind
Durchblutungsstörungen des Gehirns, Einblutungen in das Gehirn und seine Innenräume sowie Blutungen
unter die weiche Hirnhaut. Im Vordergrund steht die Thrombolyse, die medikamentöse Auflösung von
verstopfenden Blutgerinnseln in den Adern des Gehirns, als Notfallmaßnahme innerhalb der ersten
Stunden nach Auftreten der Symptome eines Schlaganfalls.
Andere Erkrankungen wie Hirnhaut- und Hirnentzündungen (Meningitis, Enzephalitis), bestimmte Formen der Epilepsie und der Parkinsonschen Krankheit, Störungen der sog. neuromuskulären Übertragung und besondere Muskelkrankheiten werden ebenfalls auf der Intensivstation behandelt. Für krankhafte Veränderungen des Immunsystems stehen außerdem verschiedene Plasma - Austauschverfahren zur Verfügung. Zur Isolierung von Patientinnen und Patienten mit ansteckenden Krankheiten und Infektionen mit multiresistenten Erregern sind spezielle Krankenzimmer mit vorgeschalteten Schleusen geschaffen worden.
Die Stroke Unit, die
Schlaganfall-Einheit, ist speziell zur Erstversorgung von Patientinnen und Patienten mit
Schlaganfall eingerichtet. Die Behandlungsergebnisse sind um so besser, je schneller die Therapie
beginnt. Sechs Betten halten wir für Patienten auf der Schlaganfallstation bereit. Auf der
Schlaganfallstation werden jährlich etwa 700 bis 800 Patienten (Verweildauer 2,6 bis 2,7 Tage)
betreuut.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat die Schlaganfall-Behandlungseinheit der
städtischen Neurologischen Klinik Köln-Merheim als überregionale Stroke-Unit anerkannt. Ziel der
Zertifizierung ist es, die Qualität darzustellen und zu fördern. Zu Beginn des
Zertifizierungsverfahrens musste die Neurologische Klinik ihre Struktur-, Prozess- und
Ergebnisqualität schriftlich anhand von Fragebögen darstellen. Zwei speziell ausgebildete Visitoren
überprüften vor Ort, ob die geforderten Qualitätsstandards eingehalten werden. Das
Zertifizierungsverfahren wird in regelmäßigen Abständen wiederholt, um den Standard auch in Zukunft
zu sichern.
Die Neurologische Klinik Merheim beteiligt sich an einem Projekt zur integrierten Versorgung
von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall.
