Multiple Sklerose ist eine der häufigsten chronisch - entzündlichen Erkrankung des Nervensystems und zählt zu den sogenannten Autoimmunerkranungen. Dabei richtet sich ein kleiner Anteil des Immunsystems gegen spezifische Abschnittes des zentralen Nervensystems. Sie beginnt häufig im frühen Erwachsenenalter. Bei der Erkrankung führen Entzündungsherde im Gehirn oder im Rückenmark zu körperlichen Störungen oder Ausfallserscheinungen. Die Beschwerden sind sehr vielfältig, so dass die Diagnose schwierig sein kann. Für die eindeutige Diagnosestellung sind meist kernspintomographische Untersuchungen, die Analyse des Nervenwassers (Liquor) und neurophysiologische Untersuchungen notwendig.
Auch wenn in den letzten 20 Jahren viel über die Entstehung der MS bekannt wurde, sind die Ursachen sind bis heute nicht im Detail geklärt. Klar ist jedoch, dass das Immunsystem durch eine ‚ Fehlprogrammierung’ in der Kindheit oder Jugend spezifische Abschnitte des Gehirns als ‚fremd’ betrachtet und daher aktivierte weisse Blutkörperchen (T-Lymphozyten) an vielen Orten des zentralen Nervensystems Entzündungsherde verursachen. Typische Symptome sind Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungen, Schwäche und Müdigkeit, Nervenschmerzen und anderes.
Multiple Sklerose ist bisher nicht heilbar, aber der Krankheitsverlauf lässt sich mit verschiedenen Medikamenten positiv beeinflussen . Zur Behandlung des akuten Schubs werden Kortikosteroide eingesetzt. Um den Krankheitsverlauf zu veränderten, wird versucht, die Immunprozesse im Körper zu beeinflussen, z.B. durch Medikamente, welche die Reaktion des Immunsystems unterdrücken (Immunsuppression) oder das Immunsystem beeinflussen (Immunmodulation). Für schwere Verläufe werden inzwischen auch chemotherapeutische Behandlungen mit grossem Erfolg eingesetzt (sog. Eskalationstherapie). Daneben stehen auch spezielle Methoden wie die Plasmapherese für Sonderformen der MS zur Verfügung.
Die Therapie der Multiplen Sklerose ist ein Bereich neurologischer Erkrankungen, in dem sich zur Zeit sehr viel verändert. Die Neurologische Abteilung im Klinikum Köln-Merheim widmet sich im Besonderen der Therapie von MS-Patienten und daher ein MS – Zentrum eingerichtet, das sich in Haus 34 auf Gelände des Klinikum Merheim befindet. Hier findet täglich eine Spezialsprechstunde für MS - Patienten statt. Neben der Erstellung individueller Therapiepläne führt die Abteilung zahlreiche wissenschaftliche Studien zur Therapie der MS durch, die der Verbesserung und Weiterentwicklung der MS-Therapie dienen. Die Abteilung gibt ferner bereits in dritter Auflage den Therapieleitfaden Multiple Sklerose heraus. Eine spezielle Internetseite für Patientinnen, Patienten und Angehörige unter der Adresse www.ms-cologne.de ist in Vorbereitung.
