>  Krankenhäuser  >  Krankenhaus Merheim  >  Lungenklinik
Krankenhaus Merheim
Funktionelle Thoraxchirurgie

Funktionelle Thoraxchirurgie - Lungenemphysem und Zwerchfellparese (Zwerchfelllähmung)

Lungenemphysem
Einführung
Diagnose
Therapie
Lungenvolumenreduktionsoperation

Einführung:
Als Lungenemphysem wird eine irreversible Überblähung der kleinsten luftgefüllten Strukturen der Lunge bezeichnet. Es stellt den gemeinsamen Endpunkt einer Reihe von chronischen Lungenerkrankungen dar.
Durch verschiedene Schadstoffe (Tabakrauch, Silikate, Fein- und Quarzstaub) oder durch - beim Alpha1-Antitrypsinmangel - körpereigene Proteasen (die sind proteinspaltende Enzyme) kommt es zu entzündlichen Veränderungen des Lungengewebes. Elastasen (ein peptidspaltendes Enzym) zerstören die Alveolarsepten (elastische Fasern des Lungengerüsts). Letztendlich verliert die Lunge ihre Elastizität und die enthaltene Luft kann nicht mehr vollständig entweichen. Die Folge ist eine Überblähung der Lungen. Beim Ausatmen erhöht sich der Druck auf die Bronchiolen (kleine Bronchien), diese kollabieren und die in den Alveolen (Lungenbläschen) enthaltene Luft bleibt gefangen. Damit kann weniger verbrauchte Luft abgeatmet werden, weniger frische Luft kann einströmen. Im Extremfall werden dann aus vorher funktionstüchtigen Lungenbläschen große funktionslose „Emphysemblasen“. Endogen (=ohne äußere Einflüsse) kann auch ein persistierendes (=fortdauerndes) Asthma bronchiale zu einem Lungenemphysem führen.


Abb. 1: Lungenfunktionstest und Spiroergometrie


Diagnose:
Generell liegt beim Lungenemphysem, bedingt durch die verminderte Gasaustauschfläche, eine chronische Atemnot vor, anfangs nur bei Belastung, im späteren Verlauf auch in Ruhe (Ruhedyspnoe). Der verminderte Sauerstoffgehalt des Blutes zeigt sich eventuell durch bläulich-rote Verfärbung (Zyanose) der Lippen, Fingerspitzen und Zehenspitzen. Im ausgeprägten Stadium kann eine Kerze aus ca. 15 cm Entfernung nicht mehr ausgeblasen werden. Der Brustkorbumfang nimmt zu (Fassthorax). Im Spätstadium kommt es zu einer (Rechts-)Herzbelastung.
Der Beginn der Erkrankung wird vom betroffenen Patienten häufig zunächst nicht wahrgenommen. Der zunehmenden Luftnot bei Belastung wird zunächst keine Aufmerksamkeit geschenkt und die Belastung wird mehr und mehr vermieden.
Ein frühzeitiges Symptom ist der chronische Husten, der zu Beginn besonders morgens, später dann auch tagsüber vorhanden ist. Eine Abnahme der Belastbarkeit infolge einer zunehmenden Luftnot, aber auch der chronische Husten sollten daher immer ärztlich abgeklärt werden. In vielen Fällen ist neben einer Herzuntersuchung eine spezielle Lungenuntersuchung bei Lungenfacharzt sinnvoll.
Bereits in der Lungenfunktionsuntersuchung (Abb.1) und der Blutgasanalyse lassen sich bei einem Lungenemphysem Veränderungen nachweisen. Mit Hilfe einer normalen Röntgenuntersuchung bzw. eine Computertomographie des Brustkorbes (Abb.2) können dann im Verlauf die blasigen Veränderungen des Lungengewebes dargestellt werden.


Abb.2: Computertomographie des Thorax als Topogramm

Therapie:
Erste Maßnahme muss die Reduktion der inhalativen Giftstoffe, wie sie zum Beispiel am Arbeitsplatz auftreten können, sein. In diesem Zusammenhang ist die wichtigste Maßnahme der Verzicht auf das Rauchen. Hierdurch können nicht nur das Auftreten von Komplikationen der chronisch-obstruktiven Bronchitis (COPD) wie zum Beispiel die akute Bronchitis oder eine Lungenentzündung verringert werden, sondern auch die Sterblichkeit der Erkrankung geht zurück.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Behandlung stellt die medikamentöse Therapie als systemische- (Tabletten) oder inhalative- (Sprays) Behandlung. Sie ermöglicht eine Linderung der Beschwerden, kann aber im Gegensatz zum Nikotinverzicht das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern. Mit Hilfe der Medikamente wird eine Verbesserung der körperlichen Belastung und der Lebensqualität erreicht.
Eine Langzeitsauerstofftherapie bei Patienten mit verminderten Sauerstoffblutgaswerten kann die Symptomatik ebenfalls günstig beeinflussen und verbessert die Gesamtprognose.

Volumenreduktionsoperation:
Bei großen blasigen Veränderungen der Lunge im Rahmen des Lungenemphysems kann einem Teil der Patienten eine Lungenoperation im Sinne einer Volumenreduktionsoperation angeboten werden. Voraussetzung für eine solche Operation ist der vollständige Nikotinverzicht des Patienten.
Nach ausgiebiger Prüfung der funktionellen Daten des Patienten (Lungenfunktionstest, Spiroergometrie, Abb.1) und entsprechender Bildgebung (unter anderem: aktuelles Röntgenbild - und Computertomographie des Brustkorbes sowie Lungenperfusionsszintigraphie) werden die Patienten herausgefiltert, die von einer Lungenvolumenreduktionsoperation profitieren.
Die Operation wird als sog. „Schlüssellochoperation“ mit Hilfe der Videokamera durchgeführt. Somit kann auf einen großen Hautschnitt verzichtet werden und es wird in der Regel über drei kleinere Zugänge operiert.

Alle Patienten, die in unserer Abteilung einer Lungenvolumenreduktionsoperation zugeführt werden, werden nach der Operation systematisch nachkontrolliert und bleiben somit in Anbindung an die Klinik.
Im Rahmen einer Studie werden die CT-Bilder der Lunge durch eine spezielle entwickelte Software des Frauenhofer-Mevis Institutes in Bremen analysiert. Mit Hilfe dieser Software werden 3D-Bilder des Lungengewebes erzeugt (Abb.3). In Kombination mit einer speziellen Dichtemessung des Lungengewebes kann somit die Zielregion ergänzend bestimmt werden.
Im Anschluss an die Operation und nach Abschluss der Krankenhausbehandlung kann über unseren Sozialdienst eine Anschlussheilbehandlung bei der Krankenkasse beantragt werden.


Abb.3: 3D-Rekonstruktion einer Computertomographie




Zwerchfellparese (Zwerchfelllähmung)

Einführung
Diagnose
Therapie


Einführung:
Das Zwerchfell ist eine Muskelplatte, die die Baucheingeweide von den Brustkorborganen trennt. Dieser Muskel ist an der Atmung beteiligt.. Er wird über den Zwerchfellnerv (N. phrenicus) innerviert. Dieser Nerv verläuft links und rechts im Brustkorb. Eine Schädigung des Nerven kann auf der betroffenen Seite zu einer Lähmung des Zwerchfells mit entsprechendem Zwerchfellhochstand führen. Über den Ausfall des Zwerchfellmuskels kann es zu einer eingeschränkten Atmung kommen. Durch den Hochstand des Zwerchfells verlagern sich die Baucheingeweide kopfwärts und die Lunge wird auf der betroffenen Seite durch vermehrten Druck an ihrer Atemfunktion gehindert. Beides kann zu einer Luftnot des betroffenen Patienten führen.
Mögliche Ursachen einer Zwerchfelllähmung sind u.a. eine vorherige Operation im Brustkorb (z.B. herzchirurgische Eingriff) oder eine neurologische Erkrankung (z.B. Poliomyositis, Myastenia gravis. Häufig bleibt die Ursache einer Zwerchfelllähmung aber auch unbekannt.

Diagnose:
Die betroffenen Patienten klagen über eine sich langsam entwickelnde oder auch plötzlich einsetzende Luftnot in Ruhe und Belastung. Häufig sind die Beschwerden im Liegen oder bei nach vorne übergebeugtem Oberkörper (Schuhbinden) verstärkt. Es kann zu einer Beeinträchtigung des Schlafrhythmus kommen.
Neben der ausführlichen Aufnahme der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung sind bei Patienten mit dem Verdacht auf das Vorliegen einer Zwerchfelllähmung unter anderem die nachfolgenden Untersuchungen notwendig:
 Lungenfunktionstest im Sitzen und Liegen
 Röntgenbild des Brustkorbes
 Computertomographie des Brustkorbes
 Nächtliche Blutgasanalyse


Abb.4: Röntgenbild des Brustkorbes bei Zwerchfelllähmung links (Bild links vor der Operation, Bild rechts nach erfolgreicher operativer Zwerchfellraffung)


Therapie:
Wenn die durchgeführten Untersuchungen das Vorliegen einer Zwerchfelllähmung bestätigen und die Befunde eine nachvollziehbare Beeinträchtigung der Lungenfunktion nachweisen, kann eine operative Zwerchfellraffung der betroffenen Seite vorgenommen werden. Dies wird über eine seitliche Eröffnung des Brustkorbes vorgenommen. Bei der Operation wird das gelähmte Zwerchfell eröffnet und so gerafft, dass die darunter liegenden Bauchorgane weiter Richtung Bauchhöhle verlagert werden, und die Lunge wieder ausreichenden Platz zur Atmung findet. Die eigentliche Funktion des gelähmten Zwerchfells wird durch die Operation nicht wieder hergestellt.
Die Ergebnisse nach der operativen Zwerchfellraffung sind bei den bislang auf diese Weise behandelten Patienten in unserer Klinik sehr gut. Es konnte eine deutliche Verbesserung der Luftnotbeschwerden und der Lebensqualität erreicht werden.
Die operierten Patienten werden in regelmäßigen Abständen nach der Operation kontrolliert (nach 3 Monaten und 12 Monaten).
Bei Bedarf kann im Anschluss an die stationäre Behandlung im Krankenhaus eine Anschlussheilbehandlung bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden. Hier werden die Patienten durch unseren Sozialdienst ganz wesentlich unterstützt.



Seite zuletzt geändert am 17.10.11

Chefarzt Thoraxchirurgie:
Prof. Dr. Erich Stoelben
Sekretariat
Terminvergabe Privatsprechstunde:
Frau U. Merkel
Tel.: (0221) 8907-8640
Fax: (0221) 8907-3048

Chefarzt Pneumologie:
Prof. Dr. Wolfram Windisch
Sekretariat
Tel.: (0221) 8907-18929
Fax: (0221) 8907-8305

Terminvergabe Ambulanz: Tel.: (0221) 8907-3250
Fax: (0221) 8907-3533
Termine nach tel. Vereinbarung

Thoraxchirurgie:
Tel.: (0221) 8907-18811
Pneumologie/Onkologie
Tel.: (0221) 8907-18810
von 18 - 8 h im Notfall:
Tel.: (0221) 8907-13370

Onkologische Ambulanz:
Tel.: (0221) 8907-3166
Schlaflabor:
Tel.: (0221) 8907-13374

Die Lungenklinik befindet sich in
Haus 23/24
Ostmerheimer Str. 200
51109 Köln