>  Krankenhäuser  >  Krankenhaus Merheim  >  Lungenklinik
Krankenhaus Merheim
Erkrankungen des Mediastinums - Mediastinaltumoren

Mediastinum (Mittelfell):
Das Mediastinum ist der medial in der Brusthöhle liegende Raum.
Es wird ventral vom Sternum (Brustbein) und dorsal von der Wirbelsäule begrenzt.
Die seitlichen Begrenzungen des Mediastinums bilden die Rippenfellblätter.
In diesem Raum, dem Mediastinum, befindet sich das Herz mit den großen Gefäßen,
die Thymusdrüse, die Luftröhre, sowie Lymphknoten und Bindegewebe.
Den Abschluss des Mediastinums zum Bauch hin bildet das Zwerchfell,
währenddessen der Abschluss dieses Raums zum Hals relativ fließend ist.


Mediastinum (CT-Thorax)

Mediastinaltumoren: 

  1. Thymom -Thymuskarzinome 
  2. Lymphom
  3. Lymphknotenmetastasen 
  4. Neurofibrom/Schwannom 
  5. Bronchogene Zysten / Thymuszysten 
  6. Schilddrüse/Schilddrüsentumoren 
  7. Teratome


1.Thymom-Thymuskarzinome

Thymome sind Tumoren des Thymus (Thymusdrüse). In drei Viertel der Fälle sind sie gutartig. Ein Viertel der Thymome sind bösartig, sie werden je nach Aussehen und Differenzierungsgrad der erkrankten Zellen und ihrer Neigung zur Ausbreitung in maligne Thymome und Thymuskarzinome unterteilt.

Stadieneinteilung nach Masaoka:

    Stadium
 
I
Tumorkapsel vollständig
II
Tumor durchbricht die Kapsel mit Invasion von Thymus oder Fettgewebe
bis zum Brustfell (mikroskopische Kapselinvasion)
III
Tumor durchbricht das Brustfell oder den Herzbeutel oder infiltriert
benachbarte Organe (Lunge, große Gefäße)
IV
Tumor wächst ausgedehnt in Brustfell oder Herzbeutel
IVA: Pleurale und/oder perikardiale Tumoraussaat
IVB: Lymphogene und/oder hämatogene Tumorausbreitung





Historische Gegenüberstellung der Thymom-Klassifikationen

Klinisch-pathologische Definition nach Levine und Rosai (1978)
Histogenetische Klassifikation nach Marino/Müller-Hermelink (1985) und Kirchner (1992)
WHO-Klassifikation
(1999 und 2004)
Benigne Thymome
(vollständig gekapselte Tumoren)
 
Maligne Thymome
(Kategorie I, invasive Tumoren mit nur leichtgradigen Atypien)
Medulläres Thymom
Gemischtes Thymom
Typ A
Typ AB
Prädominant kortikales Thymom
Kortikales Thymom
Hochdifferenziertes Thymuskarzinom
Typ B1 
Typ B2
Typ B3
Maligne Thymome
(Kategorie II, invasive Tumoren mit schwergradigen Atypien)
Plattenepithel-,Basaloides,Mukoepidermoides,Lymphoepitheliales,Sarkomatoides Anaplastisches Karzinom
Typ C (1999)
Thymuskarzinome (2004)




Die Abbildung zeigt ein Gigantisches Thymom



Die Abbildung zeigt ein Thymuskarzinom


2. Lymphom
Bösartige Erkrankung der Lymphknoten.

3. Lymphknotenmetastasen
Alle bösartigen Tumoren könnten Lymphknotenmetastasen im Mediastinum verursachen. Am häufigsten sind Metastasen von Lungen-, Darm-, Mamma-, Haut-, Nieren-, Ösophagus- und Magenkrebs.

4. Neurofibrom-Schwannom
Schwannome sind gutartige, langsam wachsende Tumoren des peripheren Nervensystems. Sie stammen aus den Schwannzellen, deren Aufgabe das Umhüllen der Nervenfasern ist. Bei zunehmendem Wachstum kann es zu Lähmung der betroffenen Nerven kommen. Die thorakalen Schwannome tretten am häufigsten im hinteren Mediastinum auf. Therapie der Wahl bei symptomatischen Schwannome ist die operative Entfernung.

5. Bronchogene Zysten / Thymuszysten
Es handelt sich um, am häufigsten asymptomatische, angeborene Zysten im vorderen oder hinteren Mediastinum. Bei Symptomen kann eine operative Entfernung erfolgen.

6. Schilddrüse-Schilddrüsentumoren
Die Schilddrüse befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Trachea (Luftröhre). Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma bezeichnet. Bei der Struma kann es zu einem Wachstum der Schilddrüse ins Mediastinum kommen. In selteneren Fällen handelt es sich um bösartige Tumoren der Schilddrüse, welche ins Mediastinum wachsen. Bei symptomatischen Strumen sowie bei Schilddrüsenkarzinomen retrosternal ist die operative Entfernung inidiziert.

7. Teratome
Teratome sind Tumoren aus Keimzellen, am ehesten angeboren und können gutartig sowohl bösartig sein. In der Regel sind sie asymptomatisch und eine operative Entfernung ist unabhängig von Malignität indiziert.

Diagnostische-Operative Methoden 

MESK und VAMLA: In Vollnarkose, durch einen kleinen ca 3cm. Schnitt oberhalb des Brustbeines wird ein optisches Instrument (Mediastinoskop) ins Mediastinum geführt. Die auffälligen Strukturen (Tumor / Lymphknoten) können mittels digitaler Kamera genau dargestellt werden und biopsiert werden (feingewebliche Abklärung des Tumors). In speziellen Fällen (Lungenkrebs, vereinzelte vergrößerte Lymphknoten usw.) können in unserer Klinik die vergrößerten Lymphknoten des Mediastinums per VAMLA komplett, radikal entfernt werden. 

Starre Bronchoskopie und EBUS-TBNA : Dabei wird ein starres Endoskop über Mund eingeführt und durch die Trachea in die Bronchien der Lunge vorgeschoben. Bei vergrößerten mediastinalen Lymphknoten oder Tumor (Mittelfellraum) wird durch ein spezielles Bronchoskop eine ultraschallgesteuerte Punktion der auffälligen Strukturen durchgeführt und eine feingewebliche Abklärung kann erfolgen.

VATS-Resektion: Bei gutartigen und gut begrenzten Mittelfelltumoren kann eine operative Entfernung mittels VATS (Schlüsselloch-Technik) ddurchgeführt werden. Durch kleine, ca. 1 cm lange, Hautinzisionen können in unserer Klinik Tumore wie z.B. Thymome, Schwannome, Zysten usw. komplett und minimal-invasiv entfernt werden.

Sternotomie-Thorakotomie : Als Sternotomie wird der logitudinale Brustbeinschnitt bezeichnet. Bei bösartigen Tumoren des vorderen Mediastinums ist der o.g. Schnitt der notwendige Zugang zur kompletten Resektion des Tumors. Im seltenen Fällen und bei bestimmter Lokalisation der Erkrankung kann eine Thorakotomie (Brustbeinschnitt) seitlich auf der Höhe der 4. oder 5. Rippe bevorzugt werden.
- Clamshell-Sternotomie: Bei extrem ausgedehnten Tumoren des Mediastinums mit Beteiligung beider Rippenfellblättern oder Lungen kann eine so genannte Clamshell-Sternotomie durchgeführt werden. Es handelt sich um eine quere Sternotomie mit beidseitiger, vorderer Thorakotomie und führt zu einer exzellenten Darstellung des Mittelfells sowie beider Lungen und Rippenfellblätter.

Therapiekonzepte
Bei gutartigen, symptomatischen Mittelfellerkrankungen/Tumoren kann eine operative Entfernung in unserer Klinik erfolgen. Bei bösartigen Tumoren des Mittelfells ist bei primär nicht vorhandenen Operabilität (Tumorgröße, Wachstum in Nachbarorgane, Lymphknotenbefall) eine multimodale Therapie indiziert. Eine Behandlung mittels Chemotherapie , Bestrahlung sowie Kombination der beiden kann zu einer Verkleinerung des Tumors führen und eine operative Entfernung kann nach dem Abschluss der Vortherapie erfolgen. Alle Verfahren finden in unserer Klinik in Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie statt und werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unserer Klinik patientenorientiert indiziert. Somit werden Sie nicht von einem Arzt oder einer Abteilung behandelt, sondern von einer Expertengruppe.






Seite zuletzt geändert am 17.10.11

Chefarzt Thoraxchirurgie:
Prof. Dr. Erich Stoelben
Sekretariat
Terminvergabe Privatsprechstunde:
Frau U. Merkel
Tel.: (0221) 8907-8640
Fax: (0221) 8907-3048

Chefarzt Pneumologie:
Prof. Dr. Wolfram Windisch
Sekretariat
Tel.: (0221) 8907-18929
Fax: (0221) 8907-8305

Terminvergabe Ambulanz: Tel.: (0221) 8907-3250
Fax: (0221) 8907-3533
Termine nach tel. Vereinbarung

Thoraxchirurgie:
Tel.: (0221) 8907-18811
Pneumologie/Onkologie
Tel.: (0221) 8907-18810
von 18 - 8 h im Notfall:
Tel.: (0221) 8907-13370

Onkologische Ambulanz:
Tel.: (0221) 8907-3166
Schlaflabor:
Tel.: (0221) 8907-13374

Die Lungenklinik befindet sich in
Haus 23/24
Ostmerheimer Str. 200
51109 Köln