Mediastinum (Mittelfell):
Das Mediastinum ist der medial in der Brusthöhle liegende Raum.
Es wird ventral vom Sternum (Brustbein) und dorsal von der Wirbelsäule begrenzt.
Die seitlichen Begrenzungen des Mediastinums bilden die Rippenfellblätter.
In diesem Raum, dem Mediastinum, befindet sich das Herz mit den großen Gefäßen,
die Thymusdrüse, die Luftröhre, sowie Lymphknoten und Bindegewebe.
Den Abschluss des Mediastinums zum Bauch hin bildet das Zwerchfell,
währenddessen der Abschluss dieses Raums zum Hals relativ fließend ist.
Mediastinum (CT-Thorax)
Mediastinaltumoren:
Thymome sind Tumoren des Thymus (Thymusdrüse). In drei Viertel der Fälle sind sie gutartig. Ein Viertel der Thymome sind bösartig, sie werden je nach Aussehen und Differenzierungsgrad der erkrankten Zellen und ihrer Neigung zur Ausbreitung in maligne Thymome und Thymuskarzinome unterteilt.
Stadieneinteilung nach Masaoka:
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Stadium
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I
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Tumorkapsel vollständig
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II
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Tumor durchbricht die Kapsel mit Invasion von Thymus oder
Fettgewebe
bis zum Brustfell (mikroskopische
Kapselinvasion)
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III
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Tumor durchbricht das Brustfell oder den Herzbeutel oder
infiltriert
benachbarte Organe (Lunge, große
Gefäße)
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IV
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Tumor wächst ausgedehnt in Brustfell oder Herzbeutel
IVA: Pleurale und/oder perikardiale Tumoraussaat
IVB: Lymphogene und/oder hämatogene
Tumorausbreitung
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Historische Gegenüberstellung der Thymom-Klassifikationen
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Klinisch-pathologische Definition nach Levine und Rosai (1978)
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Histogenetische Klassifikation nach Marino/Müller-Hermelink (1985)
und Kirchner (1992)
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WHO-Klassifikation
(1999 und 2004)
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Benigne Thymome
(vollständig gekapselte Tumoren)
Maligne Thymome
(Kategorie I, invasive Tumoren mit nur leichtgradigen Atypien)
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Medulläres Thymom
Gemischtes Thymom
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Typ A
Typ AB
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Prädominant kortikales Thymom
Kortikales Thymom
Hochdifferenziertes Thymuskarzinom
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Typ B1
Typ B2
Typ B3
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Maligne Thymome
(Kategorie II, invasive Tumoren mit schwergradigen Atypien)
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Plattenepithel-,Basaloides,Mukoepidermoides,Lymphoepitheliales,Sarkomatoides
Anaplastisches Karzinom
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Typ C (1999)
Thymuskarzinome (2004)
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Die Abbildung zeigt ein Gigantisches Thymom
Die Abbildung zeigt ein Thymuskarzinom
2. Lymphom
Bösartige Erkrankung der Lymphknoten.
3. Lymphknotenmetastasen
Alle bösartigen Tumoren könnten Lymphknotenmetastasen im Mediastinum verursachen. Am
häufigsten sind Metastasen von Lungen-, Darm-, Mamma-, Haut-, Nieren-, Ösophagus- und Magenkrebs.
4. Neurofibrom-Schwannom
Schwannome sind gutartige, langsam wachsende Tumoren des peripheren Nervensystems. Sie
stammen aus den Schwannzellen, deren Aufgabe das Umhüllen der Nervenfasern ist. Bei zunehmendem
Wachstum kann es zu Lähmung der betroffenen Nerven kommen. Die thorakalen Schwannome tretten am
häufigsten im hinteren Mediastinum auf. Therapie der Wahl bei symptomatischen Schwannome ist die
operative Entfernung.
5. Bronchogene Zysten / Thymuszysten
Es handelt sich um, am häufigsten asymptomatische, angeborene Zysten im vorderen oder
hinteren Mediastinum. Bei Symptomen kann eine operative Entfernung erfolgen.
6. Schilddrüse-Schilddrüsentumoren
Die Schilddrüse befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Trachea
(Luftröhre). Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma bezeichnet. Bei der Struma kann es
zu einem Wachstum der Schilddrüse ins Mediastinum kommen. In selteneren Fällen handelt es sich um
bösartige Tumoren der Schilddrüse, welche ins Mediastinum wachsen. Bei symptomatischen Strumen
sowie bei Schilddrüsenkarzinomen retrosternal ist die operative Entfernung inidiziert.
7. Teratome
Teratome sind Tumoren aus Keimzellen, am ehesten angeboren und können gutartig sowohl
bösartig sein. In der Regel sind sie asymptomatisch und eine operative Entfernung ist unabhängig
von Malignität indiziert.
Diagnostische-Operative Methoden
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zervikale Video assisted Mediastinoskopie (MESK) inclusive VAMLA (Video assisted
mediastinale Lymphadenektomie)
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starre Bronchoskopie und ultraschall-gesteuerte Lymphknoten/Tumor-Punktion
EBUS-TBNA (Endobronchial ultrasound guided transbronchial needle aspiration)
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VATS-Resektion: Video Assisted Thorakoscopy and Resektion
- Sternotomie, Thorakotomie, Clamshell-Sternotomie
MESK und VAMLA:
In Vollnarkose, durch einen kleinen ca 3cm. Schnitt oberhalb des Brustbeines wird ein
optisches Instrument (Mediastinoskop) ins Mediastinum geführt. Die auffälligen Strukturen (Tumor /
Lymphknoten) können mittels digitaler Kamera genau dargestellt werden und biopsiert werden
(feingewebliche Abklärung des Tumors). In speziellen Fällen (Lungenkrebs, vereinzelte vergrößerte
Lymphknoten usw.) können in unserer Klinik die vergrößerten Lymphknoten des Mediastinums per VAMLA
komplett, radikal entfernt werden.
Starre Bronchoskopie und EBUS-TBNA
: Dabei wird ein starres Endoskop über Mund eingeführt und durch die Trachea in die
Bronchien der Lunge vorgeschoben. Bei vergrößerten mediastinalen Lymphknoten oder Tumor
(Mittelfellraum) wird durch ein spezielles Bronchoskop eine ultraschallgesteuerte Punktion der
auffälligen Strukturen durchgeführt und eine feingewebliche Abklärung kann erfolgen.
VATS-Resektion:
Bei gutartigen und gut begrenzten Mittelfelltumoren kann eine operative Entfernung
mittels VATS (Schlüsselloch-Technik) ddurchgeführt werden. Durch kleine, ca. 1 cm lange,
Hautinzisionen können in unserer Klinik Tumore wie z.B. Thymome, Schwannome, Zysten usw. komplett
und minimal-invasiv entfernt werden.
Sternotomie-Thorakotomie
: Als Sternotomie wird der logitudinale Brustbeinschnitt bezeichnet. Bei bösartigen Tumoren
des vorderen Mediastinums ist der o.g. Schnitt der notwendige Zugang zur kompletten Resektion des
Tumors. Im seltenen Fällen und bei bestimmter Lokalisation der Erkrankung kann eine Thorakotomie
(Brustbeinschnitt) seitlich auf der Höhe der 4. oder 5. Rippe bevorzugt werden.
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Clamshell-Sternotomie:
Bei extrem ausgedehnten Tumoren des Mediastinums mit Beteiligung beider
Rippenfellblättern oder Lungen kann eine so genannte Clamshell-Sternotomie durchgeführt werden. Es
handelt sich um eine quere Sternotomie mit beidseitiger, vorderer Thorakotomie und führt zu einer
exzellenten Darstellung des Mittelfells sowie beider Lungen und Rippenfellblätter.
Therapiekonzepte
Bei gutartigen, symptomatischen Mittelfellerkrankungen/Tumoren kann eine operative Entfernung
in unserer Klinik erfolgen. Bei bösartigen Tumoren des Mittelfells ist bei primär nicht vorhandenen
Operabilität (Tumorgröße, Wachstum in Nachbarorgane, Lymphknotenbefall) eine multimodale Therapie
indiziert. Eine Behandlung mittels Chemotherapie , Bestrahlung sowie Kombination der beiden kann zu
einer Verkleinerung des Tumors führen und eine operative Entfernung kann nach dem Abschluss der
Vortherapie erfolgen. Alle Verfahren finden in unserer Klinik in Kooperation mit der Klinik für
Strahlentherapie statt und werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unserer Klinik
patientenorientiert indiziert. Somit werden Sie nicht von einem Arzt oder einer Abteilung
behandelt, sondern von einer Expertengruppe.
