Auf den vier interdisziplinär geführten, operativen Intensiveinheiten unserer Klinik (mit den Schwerpunkten Viszeral- und Gefäßchirurgie, Traumatologie, Neurochirurgie und Schwerverbranntenstation) werden von den Mitarbeitern der Klinik für Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachabteilungen jährlich ca. 2100 zumeist schwerstkranke Patienten behandelt. Mitverantwortlich für die optimale Patientenversorgung ist die permanente Präsenz eines Anästhesisten im Rahmen eines 24-Stunden-Schichtdienstes, an Werktagen ist tagsüber zudem regelhaft ein anästhesiologischer Oberarzt mit intensivmedizinischer Zusatzqualifikation vor Ort anwesend.
Zu den Schwerpunkten der intensivmedizinischen Versorgung zählen die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Organfunktionen, vor allem der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion, sowie die Versorgung der Patienten mit schmerzlindernden und angstlösenden Medikamenten. Eine Vielzahl technischer Geräte kommt hierbei zum Einsatz. Die Aufrechterhaltung der Atemfunktion erfolgt durch modernste, hoch entwickelte Beatmungsgeräte (Respiratoren), die eine auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Beatmungstherapie erlauben. Zur engmaschigen Diagnostik und zum gezielten Absaugen der Luftwege wird zumeist das Videobronchoskop verwendet. Die Tracheotomie (sog. "Luftröhrenschnit") von beatmeten Patienten wird mittels einer wenig belastenden Dehnungsmethode (Dilatationstracheotomie) durchgeführt. Sie dient unter anderem dem Patientenkomfort bei Langzeitbeatmung.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Überwachung und Behandlung der Herz-Kreislauffunktionen
dar. Auch dies kann den Einsatz spezieller Technologien erfordern. Die kontinuierliche Messung der
Herzleistung und des Flüssigkeitshaushalts der Patienten erfolgt mittels der sog. Pulskonturanalyse
(PICCO-System) bzw. durch den Einsatz eines nichtinvasiven Impedanzverfahrens. In besonderen Fällen
wird zur Beurteilung der kardialen Funktion ein Pulmonalarterienkatheter gelegt oder eine
transösophageale Echokardiographie (siehe Abbildung) durchgeführt. Zur genauen Messung des
Blutvolumens und der Leberfunktion wird eine spezielle Farbstoffverdünnungsmethode
(Pulse-Dye-Densitometrie) angewandt.
In täglichen, gemeinsamen Visiten mit unseren operativ tätigen Fachkollegen wird der aktuelle
Zustand eines jeden Patienten besprochen und gemeinsame Behandlungsstrategien, z.B. hinsichtlich
der Ernährungs- und Antibiotikatherapie, festgelegt. Darüber hinaus besteht ein enger Kontakt zu
den angrenzenden Fächern, insbesondere zur radiologischen und mikrobiologischen Abteilung unseres
Hauses, sowie zu den Mitarbeitern der Physiotherapie.
Für weiter führende Fragen stehen die Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin den Patienten, Angehörigen und medizinischen Fachkollegen jederzeit und gerne zur Verfügung.
