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Krankenhaus Holweide
Merkblatt für Patienten mit szintigraphisch kaltem Schilddrüsenknoten

Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,

bei Ihnen wurde ein szintigraphisch kalter Knoten festgestellt.

Schilddrüsenzellen nehmen Jod auf, so dass sie damit Schilddrüsenhormon (Thyroxin) produzieren können. Wenn radioaktives Jod verabreicht wird, erhält man danach auf einem Röntgenfilm ein schmetterlingsförmiges Abbild der Schilddrüse. Besteht ein Schilddrüsenknoten aus Zellen, die kein Jod aufnehmen und damit kein Schilddrüsenhormon produzieren können, wird er sich auf dem Röntgenfilm als kalter (heller) Knoten darstellen. Ein Knoten, der zu viel Hormon produziert, wird auf dem Film dunkler erscheinen und wird heißer Knoten genannt.

image Schilddrüsenknoten
Quelle: http://www.endocrineweb.com/fna.html

In szintigraphisch kalten Koten können bösartige Tumoren auftreten. Allerdings ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem kalten Knoten bösartiges Gewebe befindet, mit etwa 3 % – 5 % gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass der kalte Knoten gutartig ist, beträgt also über 95 %.

image Szintigraphisch kalter Knoten
Quelle: http://www.endocrineweb.com/fna.html

Das Vorliegen eines szintigraphisch kalten Schilddrüsenknotens ist demnach kein Anlass, in große Sorge oder Panik zu geraten.

image Szintigraphisch heiße Knoten
Quelle: http://www.endocrineweb.com/fna.html


Weitere Untersuchungen

Allerdings muss jeder szintigraphisch kalte Knoten weiter untersucht werden, wobei verschiedene Methoden zur Verfügung stehen:
  1. Die Ultraschalluntersuchung gibt Hinweise darauf, ob szintigraphisch kalte Knoten eher gefährlich oder eher ungefährlich sind (Echomuster solid oder komplex im Gegensatz zu zystisch, Begrenzung des Knotens und andere Merkmale).
  2. Gegebenenfalls wird man den Knoten mit einer feinen Nadel punktieren, um dadurch Gewebe aus dem Knoten für eine mikroskopische Untersuchung zu gewinnen. Dies ist aber nicht in allen Fällen möglich oder sinnvoll, z.B. wenn zahlreiche Knoten vorliegen oder wenn diese sehr klein oder schlecht erreichbar sind.
  3. Eine spezielle Szintigraphie (MIBI-SPECT) kann in manchen ausgewählten Fällen die Wachstumsaktivität einzelner Knoten überprüfen. Die Untersuchung dauert nur etwas länger als die sonst übliche Schilddrüsenszintigraphie.
  4. Die höchstmögliche diagnostische Sicherheit bietet die operative Entfernung und histologische Untersuchung des gesamten Knotengewebes in Mikroschnitten unter dem Mikroskop.

Außerdem muss man noch andere Faktoren berücksichtigen:
Alter und Geschlecht des Patienten, liegen einzelne oder zahlreiche Knoten vor, wurde der Patient in der Kindheit, etwa bei Tuberkulosen oder Abszessen, im Bereich des Halsen bestrahlt.


Relative Operationsindikation

Kommt man nach den weiteren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Knoten eher gutartig ist, sollte man zwar, um sicher zu gehen, operieren, es besteht dazu aber keine zwingende Notwendigkeit, auch kann man sich Zeit lassen.

Nach Aufklärung des Patienten, dass trotz des eher gutartigen Untersuchungsbefundes ein gewisses Restrisiko besteht, dass der Knoten trotzdem bösartig ist, darf man mit der Operation warten, muss aber regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen.

Zudem weiß man, dass das Risiko, dass ein kalter Knoten zuerst gutartig ist, im Verlaufe dann bösartig wird, äußerst gering ist.


Absolute (eindeutige) Operationsindikation

Kommt man hingegen nach den weiteren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Knoten eher bösartig ist, oder dass ein erhöhtes Risiko besteht, dass er bösartig sein könnte, besteht eine absolute (eindeutige) Operationsindikation.

Ohne weitere Zeit zu verlieren, sollte man die Schilddrüsenoperation durchführen lassen, um alle Knoten histologisch in Mikroschnitten unter dem Mikroskop untersuchen zu können.

Selbstverständlich fließen in die Entscheidung zur Operation noch weitere Überlegungen mit ein:

Der Arzt wird Sie über alle Einzelheiten aufklären und versuchen, mit Ihnen gemeinsam die bestmögliche Diagnostik und Behandlung einzuschlagen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Stationsarzt bzw. Ihre Stationsärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Claus F. Eisenberger




Seite zuletzt geändert am 10.10.11

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(Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie)
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