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"Jugend denkt Zukunft"

 

Ein Innovationsspiel zum Thema:


Das Krankenhaus der Zukunft

 

In der ersten Novemberwoche 2012 waren 26 Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Köln-Ostheim zu Gast im Krankenhaus Merheim und nahmen teil an einem fünftägigen Innovationsspiel. Im Rahmen des Projektes "Jugend denkt Zukunft" sollten die Schüler überlegen, wie sie sich das Krankenhaus der Zukunft vorstellen. Die Zukunft sollte dabei im Jahre 2030 liegen.

Es galt nicht nur Visionen zu entwickeln, sondern sich mit reellen Gegebenheiten auseinander zu setzen, die Praxis kennen zu lernen und die Einführung zukunftsfähiger Produkte, Dienstleistungen oder Konzepte zu planen. Während der Projektwoche wurde die Schülergruppe von einem Mitarbeiter aus der Pflege, Herrn Timpanaro, und einem professionellen Moderator, Herrn Altenhoff von der Robert Bosch Stiftung , i.A. der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein Westfalen, unterstützt und begleitet. 

Das Interesse der Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 – 13 in der Albert-Schweitzer-Realschule und im Heinrich-Heine-Gymnasium, an dem Projekt teilzunehmen, war so hoch, dass ein Bewerbungsverfahren eine Auswahl traf.

Der Hintergrund

"Jugend denkt Zukunft"   ist eine bundesweite Initiative der deutschen Wirtschaft, welche die Kultur des Aufbruchs und der Begeisterung für neue Ideen stärkt. Ziel ist es, junge Menschen auf eine durch Innovation, Forschung und Entwicklung geprägte berufliche Praxis vorzubereiten. Seit dem bundesweiten Start erfährt Jugend denkt Zukunft in hohem Maße Unterstützung. Über 300 Unternehmen haben sich bis heute in dieser Initiative engagiert - mit über 600 durchgeführten Innovationsspielen, dem Kern der Initiative.

Warum sich die Kliniken der Stadt Köln an diesem Projekt beteiligen

Die städtischen Kliniken erhalten durch die Teilnahme an diesem Projekt die Möglichkeit, nicht nur Anregungen von den Beschäftigten, Kunden und Meinungsbildnern von morgen zu erhalten, sondern auch über einen direkten Dialog potenzielle Nachwuchskräfte anzusprechen und sie neugierig auf interessante Berufschancen in unseren Häusern zu machen. Sie können sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.


Der Ablauf

Insgesamt waren für das Projekt 5 Tage vorgesehen, die sich wie folgt gestalteten. 

Montag

 

 

 

 

 

 

Zu Beginn fand eine allgemeine Kennenlernrunde sowie die Vorstellung der Kliniken, deren Bereiche und Zielsetzung statt. 

 

Die Bearbeitung der Megatrends

 

  • Nachhaltigkeit
  • Migration
  • Vernetzte Welt
  • Individualisierung und 
  • neue Technologien

und deren Auswirkungen für das Unternehmen Krankenhaus stand an diesem Tag ebenfalls auf der Agenda.

 

 

 

Am Nachmittag sollte die Frage erörtert werden, wie die Lebensbedingungen im Jahr „2030“ aussehen könnten. 

 

Die Schüler stellten fest,

 

  • dass die Freizeit durch das Internet geprägt sein wird
  • dass es Veränderungen in den Arbeitsbedingungen geben wird
  • dass das Familienleben immer mehr in den Hintergrund treten wird
  • dass eine geringere Bevölkerungsdichte innerhalb Deutschlands besteht

 

 

Am zweiten Tag stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Schüler das Krankenhaus im Jahr 2030 vorstellen?

 

Hierbei konnten die verschiedensten Visualisierungstechniken genutzt werden.

 

Folgende Gedankengänge, Ideen und Modelle sind in einem ersten Schritt für die Krankenhäuser der Zukunft entstanden:

 

 

  • Sprachgesteuerte Inneneinrichtung
  • "Schwebebetten"
  • die Verwendung spezieller Materialien vermeidet Übertragungs- und Ansteckungsgefahr von Keimen
  • "Torbogen" zur Vernichtung der Keime
  • farbige Gestaltung der Räumlichkeiten /
    keine triste Gestaltung
  • höhere Transparenz des Krankenhauses
    herbeiführen / jeder kann "durchblicken" 
  • Patienten werden besser aufgeklärt
  • Steigerung der sozialen Nachhaltigkeit durch die Psychotherapie
  • Steigerung der ökonomischen Nachhaltigkeit / "Das Krankenhaus ist kein Wirtschaftsunternehmen"
  • Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit durch Pflanzen und Einsatz regenerativer Energien

Dienstag


Mittwoch

 

 

 

 

 

 

Am dritten Tag stand ein Blick hinter die Kulissen des Krankenhauses auf dem Programm.

 

Aufgeteilt in verschiedene kleinere Gruppen wurden die Operative Intensivstation, der OP-Bereich, die Notaufnahme, eine Normalstation sowie ein Rettungswagen besucht und besichtigt.

 


 

 

Am Donnerstag sind die Schüler in die Rolle von verschiedenen Unternehmen und Organisationen geschlüpft, die das Krankenhaus der Zukunft mitgestalten möchten.

 

Dabei haben folgende Unternehmen ihre Ideen zusammen gefasst: 

 

  • humanTec.

Philosophie: Technologie trifft Menschlichkeit! 

Projekt: „Eisberg“
Ziel: Einsatz der Technologie zum Vorteil der gesundheitlichen Versorgung, als Optimierung für menschliche Arbeit (Vernetzung, Digitalisierung) 

 


 

  • MVV (Medizinische Verbesserungsvereinigung) 

Verbesserung der Kommunikation, Komfortable Inneneinrichtung, natürliche Umgebung, Entlastung des Pflegepersonals, Verwendung erneuerbarer Energien, neue Hygienestandards

 


 

  • MTE (Medical Technology Enhancement)

Philosophie: Der Vergangenheit eine Zukunft

Ziel: Weniger vom Menschen, mehr für den Menschen / Entwicklung medizinischer Technik. Mehr Nutzen als Kosten.
Besseres Image / höhere Akzeptanz für Technisierung (z.B. Integration der Robotik)

 

 


Donnerstag


Freitag

Die leitende Pflegedirektorin Frau Alke im Gespräch mit den teilnehmenden Schülern.

Freitag - der Präsentationstag!

 

Vor Eintreffen des Publikums fand eine Generalprobe statt. Dabei wurde noch einmal Ablauf, Moderations- und Päsentationstechniken gecheckt.

 

Kurz nach Mittag wurden schließlich den Eltern, Lehrern und Klinikmitarbeitern, die im Laufe der Woche erarbeiteten Ergebnisse in einer tollen Präsentation vorgestellt. 

 

Letztlich wurden die Unternehmen und ihre Vorschläge von der unabhängigen Organisation "Bürger Alarm" begutachtet.

Die Nichtregierungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachhaltigkeit der einzelnen Unternehmen zu bewerten. 

Bewertungsgrundlagen waren die Bereiche Soziales, Technologie, Ökologie und Hygiene. Im direkten Vergleich hat das Unternehmen humanTec. gewonnen und erhielt eine Urkunde vom Team "Bürger Alarm". 

Nach Überreichung der Urkunde standen die Unternehmensgruppen für Fragen zur Verfügung.

 


 

Fazit

In dieser Woche haben sich die Schüler intensiv mit dem Krankenhaus der Zukunft auseinander gesetzt. Sie haben festgestellt, dass verschiedene Visionen sicher schon vor dem Jahr 2030 Einzug halten werden, andere sich vielleicht nie realisieren lassen.

Eine Überlegung bestand zum Beispiel darin, Patienten einen kleinen Chip zu implantieren. Dieser Chip soll alle Vitalzeichen aufnehmen und bewerten und wäre so in der Lage, z.B. Blutwerte und körperliche Fehlfunktionen zu registrieren und so frühzeitig zu alarmieren. Gleichzeitig wäre auch ein neues Berufsfeld für die Wartung, Beratung etc. des Chips geschaffen.

Weitere Ideen im Überblick:

  • Alle Patienten werden gleich behandelt
  • Das Krankenhaus wird nicht als Wirtschaftsobjekt gesehen, sondern als Ort der Heilung und Genesung
  • Mehr auf den Nutzen als auf die Kosten schauen
  • Krankenhäuser sollen unter staatliche Aufsicht und auch staatlich finanziert und gefördert werden
  • Mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung
  • Der Einsatz von viel Technologie soll zum Vorteil der gesundheitlichen Versorgung dienen und als Optimierung für menschliche Arbeit gesehen werden
  • Integration der Robotik und Optimierung technischer Präzision durch Lasertechnik, Neurotechnik und Nanotechnik
  • Entwicklung und Förderung neuer Präventivmaßnahmen
  • Digitalisierung und stärkerer Einsatz sprachgesteuerter Computertechnik
  • Es gibt nur noch digitale Akten
  • Einloggen durch Fingerabdruck oder Sprachsteuerung
  • Einführung von Klinik-Apps
  • der Einsatz von Patiententablets erleichtert die Aufklärung von Patienten: verständlicher, visualisiert, individueller und transparenter
  • Ärzte- und Pflegeschaft besitzen jeweils eigene Tablets mit allen Informationen
  • Wichtig ist die Vernetzung von Krankenhäusern, um einen schnellen Austausch von Behandlungsmethoden, Meinungen, Erfolgen etc. zu erhalten und so Therapien optimieren und Kosten senken zu können

Hier einige Ziele im Überblick:

  • Entlastung der Ärzte und des Pflegepersonals durch weniger Schreib- und Dokumentationsarbeit, dadurch mehr Zeit für individuelle Patientenbehandlung und -zuwendung.
  • Globalerer Austausch und engere Kooperationen werden vorangebracht
  • Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten

Nachtrag

Zum Schluss lieferte uns eine Schülergruppe eine interessante Antwort auf die Frage: "Wie kann der Pflegeberuf attraktiver gestaltet und populärer gemacht werden?"

Die Agentur für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vermittelte, dass zu einem positiven Image zunächst einmal ein innovativer Name gehört, hier eine neue Berufsbezeichnung: 

 

 

        Medical Health Assistant 

Engagiert, professionell und erfolgreich.

 

 

 

 

Zudem sollten: 

  • Burnout durch kollektive Supervisionen entgegengewirkt werden 
  • das Gehalt gesteigert werden und 
  • der Schichtdienst durch neue Arbeitszeitmodelle attraktiver werden

 

 

Seite zuletzt aktualisiert am 9/11/2015 Seite Drucken